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Queere Weltgeschichte à la Praunheim

Bild: Ronny Ristok

Im Theater Altenburg Gera feiert am Samstag Rosa von Praunheims Farce "Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs" Premiere.

Laut einem Spielgefährten soll Adolf Hitler in seiner Kindheit von einer bissigen Ziege entmannt worden sein – eine Verstümmelung mit massiven psychohistorischen Auswirkungen für den Knaben sowie die gesamte Weltgeschichte. Bereits Voltaire schrieb, der Kammerdiener von Friedrich dem Großen habe seinem Herrn "in mehr als einer Weise zur Aufmunterung" gedient – was die Forschung jahrzehntelang unter den Tisch fallen ließ, als täte diese Information der historischen Persönlichkeit irgendeinen Abbruch. Aus Briefwechseln ist zudem bekannt, dass der Preußenkönig wegen des vielen Reitens unter gesundheitlichen Problemen am Gesäß litt.

Diese und andere Gerüchte um die sexuelle Orientierung, Vorlieben, Erkrankungen und etwaige Perversionen der beiden Männer, die, jeder auf seine Weise, die deutsche Geschichte nachhaltig geprägt haben, verarbeitet Autor und Filmemacher Rosa von Praunheim in seiner zwischen Farce und Trash oszillierenden musikalischen Revue. Das Urgestein der deutschen Schwulenbewegung exerziert die Themen darin genüsslich wie derb bis tief unter die Gürtellinie durch und entzaubert quasi nebenbei Mythen und Legende neurechter Populisten.

"Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs" ist eins der drei Gewinnerstücke der Autoren[theater]tage 2020 am Deutschen Theater Berlin. Premiere am Theater Altenburg Gera ist am 21. Januar 2023. Bis Mai stehen fünf weitere Vorführungen auf dem Programm. (cw/pm)


#1 GiftnickelAnonym
  • 22.01.2023, 00:53h
  • Als Erstes und Wichtigstes, die beiden Darstellerinen waren Spitze.
    Ich habe lange nicht so spielfreudige, mit straker Mimik agierende Schauspielerinnen erlebt. Das war trotz des bestimmt nicht leichten, skurilen und politisierenden Thema von fast 300 Jahren überspannend Zeitraum nicht einfach. Abgesehen davon, das man wohl heute nicht mehr gut angezogen ins Theater geht, wie ich es von meiner Mutter gelernt habe. Das obszöne Stück, mit vielen Zoten, Herr Praunheim sitzt öfter am Stammtischen, denn diese Gespräche sind alltäglich. Nur eben nicht im Zusammenhang mit den Alten Fritz, Hitler und Massenmörder. Gewöhnungsbedürftig, eben Kultur übertreibend, mein Applaus galt mehr den fleißigen Schauspielerinen. Trotzdem Interessant, es lohnt sich ein Theaterbesuch. Der Giftnickel vom Dorf.
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#2 VitelliaAnonym
  • 22.01.2023, 16:49h
  • Super!!
    Das ist bestimmt ein tolles Schauspiel mit viel Aussage. Schade, wenn es nur verfilmt werden würde.
    Den Film würde ich sofort anschauen.

    Davon unabhängig, noch eine Mitteilung.

    Ich habe mich vor Jahren schon amüsiert, als im Internet die BLÖD zitiert wurde mit der Frage (und entspr. Beitrag)

    HATTE HITLER NUR EINEN HODEN ?

    LACH! Den Trottel und Massenmörder kann man nicht genug "verarschen".
    Das hat höchstens den Rechtslastigen, zu denen auch der Vogelschiss-Gauland gehört, nicht gepasst.
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