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Kunststudierende erinnern an Rosa-Winkel-Häftlinge

Holzschnitt: Mia Fee Schabbach

In der Gedenkstätte Ravensbrück wird am heutigen Samstag die in Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule Kiel erarbeitete Sonderausstellung "Homosexuelle Männer im Lagerkomplex Ravensbrück" eröffnet.

Die Ausstellung beleuchtet einen bisher wenig erforschten Aspekt der Geschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück. Zudem präsentieren Studierende der Klasse "Zeichnung und Druckgrafik" großformatige Holzschnitte und andere künstlerische Arbeiten, die während eines einwöchigen Aufenthalts in der Gedenkstätte entstanden sind. In ihren Arbeiten setzen sie sich mit der Lebensgeschichte von Gustav Fritz Herzberg auseinander, der 1942 im Männerlager Ravensbrück ermordet wurde.

Neben den rund 120.000 Frauen waren im KZ Ravensbrück auch mehr als 20.000 Männer in einem im April 1941 eingerichteten separaten Lager inhaftiert. Unter ihnen befanden sich mindestens 200 Männer, die von den Nationalsozialisten als Homosexuelle nach Ravensbrück verschleppt wurden. Innerhalb der sozialrassistisch organisierten Hierarchie innerhalb der Häftlingsgesellschaft standen sie auf einer weit unten angesiedelten Stufe.

Die Ausstellung widmet sich erstmals den Bedingungen und Erfahrungen von Haft und Verfolgung homo- und bisexueller Männer in Ravensbrück. Thematisiert werden auch die Kontinuitäten der Diskriminierung und Kriminalisierung nach der Befreiung. Im Unterschied zu anderen Verfolgtengruppen wurde den nach Paragraf 175 Verfolgten nach 1945 jahrzehntelang die Anerkennung als NS-Opfer verweigert. Im Zentrum stehen die Biografien von sieben Männern, die aufgrund ihrer Homosexualität im Lagerkomplex Ravensbrück inhaftiert wurden. Die Tafelausstellung zeichnet ihre Lebenswege nach und informiert über die Verfolgung homo- und bisexueller Männer im Nationalsozialismus.

Zur Ausstellung erscheint die zweite Auflage einer Broschüre, die sich mit den Lebensläufen der Rosa-Winkel-Häftlinge in Ravensbrück auseinandersetzt und im Jahr 2020 den Anstoß zu der Ausstellung gab.

Die Ausstellung ist vom 18. Juni bis zum 1. Oktober 2023 in den ehemaligen Mechanischen Werkstätten im hinteren Teil des Gedenkstättengeländes täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. (cw/pm)


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#1 Gay of CultureAnonym
#2 LargoAnonym
  • 17.06.2023, 23:00h
  • Ein dortiger Besuch der Ausstellung ist bei mir schon vorgemerkt. Von Berlin aus könnten auch spezielle Gruppenbesuche organisiert & begleitet angeboten werden.
  • Direktlink »
#3 FreundeStattfFeierabAnonym
  • 18.06.2023, 21:50h
  • Antwort auf #1 von Gay of Culture
  • Gut so. Die nötige Aufarbeitung. Besser zu spät als nie. Ravensbrück ist wie Auschwitz, Mauthausen und der Rest ein internationales Problem. Da mag die Location noch so preussisch piefig zurechtgestutzt worden sein, selbst Sachsenhausen ist nicht KZ light, wie es heutzutage so aussehen soll. Es gilt weiterhin: Vorsicht Lebensgefahr.
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