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Schwule Liebe blüht in Berliner Museum
Bild: Axel Krämer- 09. Juli 2023, kein Kommentar
Symbole ihrer Liebe: In der neuen Dauerausstellung im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart sind zwei monumentale Blüten des homosexuellen Künstlerpaares Petrit Halilaj und Álvaro Urbano zu sehen.
Das Berliner Museum für zeitgenössische Kunst im ehemaligen Empfangsgebäude des Hamburger Bahnhofs hat die erste Umbauphase unter der neuen Leitung des Kuratorenduos Sam Bardaouil und Till Fellrath hinter sich. Zur Wiedereröffnung wurde die Sammlung mit Werken aus dem 21. Jahrhundert neu sortiert und erweitert – und zwar unter dem Leitgedanken, sich in einem permanenten Prozess mit unterschiedlichen Formen der Unterdrückung auseinanderzusetzen. Dabei bleibt nicht aus, dass auch queere Themen in den Fokus geraten.
Zu den aktuellen Erwerbungen in der neuen Dauerausstellung gehören zwei monumentale Blüten des schwulen Künstlerpaares Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, die sonst zumeist einzeln arbeiten. Eine der mit Leinwand bespannten Edelstahlkonstruktionen hängt von der Decke im Durchgang zwischen Hauptgebäude und Westflügel, die andere nicht weit davon entfernt im Treppenaufgang.

Bild: Axel Krämer
Die Blüten symbolisieren die Liebe zwischen dem aus dem Kosovo stammenden Halilaj und dem Spanier Urbano. Entstanden sind sie als Teil der 2020 entstandenen Werkgruppe "10th of May 2016 (Cherry)", zu der bislang 25 unterschiedliche Blumen gehören. Sie waren ursprünglich als Schmuckelemente für ihre Hochzeit im Kristallpalast in Madrid vorgesehen. "Zusammen bilden sie einen riesigen Blumenstrauß, ein gleichermaßen poetisches und politisches Andenken an das Aufblühen einer – vielerorts noch verbotenen – Liebe" – so heißt es im erläuternden Text auf der Ausstellungstafel.
Aufgrund der Pandemie fand die Hochzeit dann allerdings doch nicht in Madrid statt, sondern in Berlin, wo sich die beiden vor mehr als zehn Jahren im Club Berghain kennenlernten. (ak)










