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Zehntausende gegen Viktor Orban
Bild: IMAGO / NurPhoto- 16. Juli 2023,
Einen Tag nach der Rekordstrafe für den Verkauf des Comics "Heartstopper" demonstrierten am Samstag zehntausende Menschen beim Pride-Marsch in Budapest gegen die queerfeindliche Politik der ungarischen Regierung.
Nach Angaben der Veranstalter*innen gingen 35.000 Menschen bei glühender Hitze auf die Straße, unter ihnen auch der US-Botschafter in Ungarn, David Pressman. Die Regierungen der USA und 36 weiterer Länder – darunter alle EU-Staaten außer Polen – hatten kurz nach dem Vorgehen gegen die Buchhandlung Lira in einem gemeinsamen Brief gegen die Diskriminierung von queeren Menschen in Ungarn protestiert. Auch zahlreiche Transparente und Banner auf der Demo kritisierten die am Vortag verhängte Rekordstrafe.
Lira war am Freitag von einem Regierungsamt mit einer Geldstrafe von 12 Millionen Forint (32.000 Euro) belegt worden (queer.de berichtete). Die Begründung war, dass die Buchhandlung die ungarische Version des Comicbuchs "Heartstopper" von Alice Oseman ohne die vorschriftsmäßige Schutzfolie zum Verkauf angeboten habe. Seit zwei Jahren gilt in Ungarn ein Gesetz gegen sogenannte "Homo-Propaganda". Es schreibt Buchhandlungen vor, dass Bücher, die queere Themen in irgendeiner Weise ansprechen, nicht in der Abteilung für Jugendbücher angeboten werden dürfen und in Folie verpackt werden müssen, damit darin nicht geblättert werden kann. Das für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlene Buch handelt von zwei Teenager-Jungen, die sich ineinander verlieben.
Die EU-Kommission hatte Ungarn Ende vergangenen Jahres wegen des Gesetzes vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt (queer.de berichtete). Unter anderem sieht sie die Informationsrechte von Jugendlichen eingeschränkt, was gegen EU-Grundrechte verstoßen würde.
Die Rubrik "Bild des Tages" gibt es auf Vorschlag unseres Herausgebers Micha Schulze seit elf Jahren auf queer.de. Seit dem 28. Juni 2012 gibt es keinen Tag, an dem wir unsere Leser*innen nicht mit einer Fotomeldung versorgten. In diesem Format steht das Bild im Vordergrund, nicht der Text. Gewürdigt werden als "Bild des Tages" u.a. neue Bildbände, Ausstellungen, Fotoserien oder Wandkalender, aber auch aktuelle Kundgebungen, Preisverleihungen, Jubiläen oder herausragende Werbemotive finden hier ihren Platz. Alles fing an mit einem schwulen Kenschwulen Ken an. Mittlerweile sind die Bilder auch etwas größer geworden. Wer Vorschläge für ein "Bild des Tages" hat, kann sich gerne per E-Mail an an die Redaktion wenden. Gerne stellen wir auch talentierte Hobby-Fotograf*innen vor. (cw/dpa)

















Wie oft und gerne war ich in Ungarn, nun geht es nicht mehr, abgesehen von den Ressentiments hat Orbán das Land herunter gewirtschaftet und leider stehen etlicher meiner Freunde durch lange Jahre jetzt auf seiner Seite. Da lob' ich mir den Sozialismus, da habe ich mich wohler gefühlt.