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Giovanni Zarrella zeigt "Fürstin" Gloria die Regenbogenfahne
- 18. Juli 2023,
Zu seinem Konzert bei den Regensburger Schlossfestspielen brachte Sänger Giovanni Zarrella am Sonntag eine Prideflagge mit – die queerfeindliche Schirmfrau Gloria von Thurn und Taxis saß im Publikum.
Die Regenbogenfahne am Mikrofonständer blieb nicht das einzige Zeichen gegen Queerfeindlichkeit, das der italienische Musiker bei seinem Auftritt im Schlosshof der selbsternannten Fürstin setzte. "Liebe sollte ohne Ketten sein, sie sollte frei sein", wandte sich Zarrella direkt an das Publikum. "Und man sollte lieben können, wie man möchte, und nicht nur hier in Deutschland, sondern überall auf der Welt."
Bei seinem Konzert sang der 45-Jährige zudem den Song "Regenbogenfarben" seiner lesbischen Kollegin Kerstin Ott. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll Zarrella es abgelehnt haben, das Lied "Gloria" zu performen. Ausschnitte des Konzerts veröffentlichte der Sänger auf Instagram.
Gloria von Thurn und Taxis fiel in den letzten Jahren immer wieder durch menschenverachtende Äußerungen auf, die häufig gegen queere Menschen gerichtet waren. Ende letzten Jahres war sie etwa zu Gast im Youtube-Kanal "Achtung, Reichelt!" und sprach in Zusammenhang mit Homosexualität von "tierischen Instinkten" und "Sünde" (queer.de berichtete). Schwule und Lesben forderte sie auf, ihre sexuelle Orientierung in der Öffentlichkeit geheim zu halten. In der Vergangenheit hatte sie die gleichgeschlechtliche Ehe bereits als "Angriff auf die klassische Familie" und Werk des Teufels bezeichnet. Außerdem unterstützte sie die extrem queerfeindliche sogenannte Demo für alle.
Bereits zu Beginn der Schlossfestspiele hatten am Freitag etwa 300 Menschen vor Schloss Thurn und Taxis demonstriert. Im Frühjahr hatte es zudem einen Aufruf gegeben, die Festspiele zu boykottieren (queer.de berichtete).
Der Regenbogen sei das "Zeichen des ersten Bundes Gottes mit den Menschen nach der Sintflut", kommentierte Thurn und Taxis den Auftritt von Giovanni Zarrella gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Wenn der Regenbogen heutzutage zum Symbol der Ausgrenzung religiöser Menschen missbraucht wird, ist dies kein Zeichen der Liebe mehr. Der Regenbogen existiert nur, wenn alle Farben darin ihren Platz haben. Vermischt man die Farben, entsteht nur Schwarz. Wenn alle Regeln verschwinden, wird es dunkel." (mize)


















