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Die Lust am Queersein

Filmstill aus Damir Očkos Installation "The Dawn Chorus", 2023 © Damir Očko (Bild: Damir Žižic)
  • 21. Juli 2023, kein Kommentar

In der Dominikanerkirche Krems präsentiert der kroatische Künstler und Filmemacher Damir Očko noch bis zum 29. Oktober 2023 eine mehrteilige Installation als Hommage an die Zagreber Queer-Community.

Im Zentrum der Schau steht der neue Film "The Dawn Chorus" – eine subtil konstruierte Symphonie von Bewegung, Fragilität und Stärke sowie eine kunstvolle Verschränkung von Bild und Ton. Ausgehend von einem einfachen Motiv – dem einsetzenden Vogelgesang bei Tagesanbruch – porträtiert Očko ein traumartiges Zusammenkommen seiner queeren Community. Durch Voguing, Tanz, Drag und Kostüme verwandelt er den Film in eine fröhliche Würdigung queerer Körper.

In einem Pavillon im Kirchenchor der Dominikanerkirche glitzern und funkeln zudem Hunderte von Cocktailgläsern, gefüllt mit den Resten von queeren Festen, darunter künstliche Wimpern, altes Make-up, Schmuck und Dreck vom Tanzparkett. Die Cocktailskulpturen sind mit Titeln versehen, die die Ingredienzien benennen und weitere lustvolle Verweise auf das Feiern darstellen. Ergänzt werden die Gläser durch geleerte Alkoholflaschen, deren Beschriftungen homophobe Äußerungen wie "follow Jesus Christ or follow the spirit of pride/LGBTQ that will lead you to hell" zitieren und sich selbst dadurch ad absurdum führen.


Damir Očkos Cocktailskulpturen "Flowers are hands too" und "Permanently standing on one leg", beide 2022 © Courtesy the artist (Bild: Maurizio Esposito

"Bei der Konzeption des Films und der Ausstellung lag mein Hauptaugenmerk auf dem Zelebrieren. In meiner Vision wollte ich von einer wunderbaren Community erzählen und diese feiern. Es geht um die Lust am Schwulsein, am Queersein, am Anderssein", so Damir Očko.

Den Abschluss der Rauminstallation bildet der sprechende Animatronik-Papagei Rudy. Er wiederholt völlig sinnentleert teils skurrile Satzkonstruktionen, Aufgeschnapptes sowie auch Beschimpfungen und macht sie dadurch lächerlich. Das Motiv des Vogels zieht sich als Metapher durch die ganze Ausstellung. In Anlehnung an Aristophanes ist die im Ausstellungstitel "Bird's milk and other spirits" erwähnte Vogelmilch ein Sinnbild für etwas Wundervolles, das es in der Realität nicht gibt, wohl aber in der Vorstellung. (cw/ots)


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