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Sichtbarkeit und Selbstbehauptung: Queers aus Südafrika

ZaVa IV, Bordeaux, 2013 (Bild: Courtesy Muholi Art Institute © Zanele Muholi)
  • 25. Juli 2023, kein Kommentar

Das Kunstmuseum Luzern gehört zu den bedeutendsten Schweizer Kunstmuseen. Noch bis zum 22. Oktober 2023 sind dort in einer neuen Ausstellung beeindruckende Porträts queerer People of Colour von Zanele Muholi zu sehen.

Zanele Muholis (*1972) Schwarzweiß-Fotografien sind kontrastreich. Muholi will uns jedoch nicht eine Realität in schwarz und weiß zeigen, eher das vielfältige Spektrum dazwischen: Muholis Arbeit erzählt Geschichten von queeren People of Colour, die aus Muholis Heimat Südafrika stammen.

Sexualpolitik und Selbstbehauptung sind Inhalte von Muholis Arbeiten. Muholi bezeichnet sich als "visuelle*r Aktivist*in" und fordert mit Porträts, die nicht gängigen Erwartungen und Konventionen entsprechen, das Denken in binären Kategorien heraus.

Liebevolle Umarmungen, zärtliche Blicke, gemeinsames Waschen: Die Serie "Being" (seit 2006) verschafft einen intimen Einblick in das alltägliche Leben queerer Paare. Nach dem Ende der Apartheid und dem Aufbau eines demokratischen Staates in den letzten 30 Jahren leben queere Menschen in Südafrika weiterhin unterdrückt. Für sie hat sich trotz der Demokratie kaum etwas verändert, denn die Gesellschaft ist von heteronormativem Denken geprägt.

"Faces and Phases" (seit 2006) ist mit über 500 Arbeiten Muholis wohl umfangreichste Porträtreihe. In regelmäßigen Abständen porträtiert Muholi Personen aus der Schwarzen LGBTI-Community Südafrikas und hält damit deren Gesichter (Faces) sowie die Phasen (Phases) der Geschlechteridentitäten fest. Es ist Muholis zentrales Anliegen, ein Bewusstsein für die unterdrückten Communitys und damit eine positive Sichtbarkeit zu schaffen.

"Brave Beauties" (seit 2014) ist eine Porträtserie von trans Frauen und nicht-binären Menschen, von denen einige an Schönheitswettbewerben teilnehmen. Queere Schönheitswettbewerbe bieten einen sicheren Raum innerhalb der Schwarzen LGBTI-Community, in denen die Teilnehmer*innen ihrer eigenen Schönheit Ausdruck verleihen. Gleichzeitig sollen diese Bilder queer- und transfeindliche Stereotype in Frage stellen und Widerstand gegen den vorherrschenden binären Blick leisten. Die porträtierten Menschen sieht Muholi als Kollaborateur*innen der Bildgestaltung, dank deren Zusammenarbeit die Werke entstehen.

In der Porträtreihe "Somnyama Ngonyama" ("Gepriesen sei die dunkle Löwin" auf isiZulu, seit 2012) setzt sich Muholi selbst vor die Kamera und nimmt verschiedene Posen und Charaktere ein. Die Bilder reflektieren auf persönliche Weise die Kolonial- und Apartheids-Geschichte. Ein starker Schwarz-weiß-Kontrast führt dazu, dass die Hautfarbe dunkler wirkt. Muholi fordert damit das Schwarzsein für sich zurück.

Einige Bilder aus der Ausstellung im Kunstmuseum Luzern (Europaplatz 1) zeigen wir in der unten verlinkten Galerie. Ergänzende Informationen gibt es auf der Website divers2023.ch. (cw/pm)

Galerie:
Zanele Muholi - Fotografien
11 Bilder

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