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Ein Meilenstein für trans Erinnerungskultur

Bild: Tim Lüddemann / @timluedde
  • 02. September 2023

Die Nazis machten das Leben von Käte Rogalli zur Hölle: In der Hagelberger Straße 21 in Berlin-Kreuzberg wurde am 31. August der erste Stolperstein für ein trans NS-Opfer ohne Deadnaming verlegt.

Käte Rogalli kam 1903 in Berlin zur Welt, bei der Geburt wurde ihr das männliche Geschlecht zugeschrieben. Sie arbeitete später als technische Zeichnerin und Feinmechanikerin. Am Arbeitsplatz wurde Käte häufig für "ein Mädchen in Männerkleidung" gehalten und verlor wegen Diskriminierung ihre Anstellungen. Käte identifizierte sich selbst als "Transvestit" (damals geläufige Bezeichnung für trans Personen) und wünschte sich, als Frau anerkannt zu werden. 1924 beantragte sie eine Namensänderung, die ihr 1928 genehmigt wurde, jedoch nicht auf ihren Wunschnamen Käte.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde Käte mehrmals wegen des Tragens von Frauenkleidung denunziert. Ende 1936 wurde ihr der sogenannte "Transvestitenschein" von der Gestapo entzogen, und sie wurde gezwungen, Männerkleidung zu tragen, was sie nachhaltig traumatisierte. Kurz danach wurde sie 1936 wegen Tragen von Frauenkleidung vier Wochen in sogenannte "Schutzhaft" genommen. Bald darauf folgte die nächste Denunzierung und Verhaftung.

Vom 27. Mai 1937 bis 22. März 1938 war Käte Rogalli im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Dann wurde sie 1938 in einem Gerichtsverfahren wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Sie wurde nach Bayern überstellt und musste dort beim Bau der sogenannten "Ostmarkstraße" arbeiten. Nach der Entlassung aus der Haft 1940 lebte Käte in der Hagelberger Straße 21 in Berlin. 1941 wurde sie wieder festgenommen, und vor Gericht wurde ihr von einem psychiatrischen Gutachter die Zurechnungsfähigkeit abgesprochen. Käte wurde in die Wittenauer Heilstätten (heute Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) zwangseingewiesen. Ein weiteres Gutachten machte ihre Hoffnung zunichte, bald aus der Psychiatrie entlassen zu werden. Käte Rogalli wurde am 11. April 1943 in der Toilette erhängt aufgefunden.

Initiiert wurde der Stolperstein von trans Historiker*in Kai* Brust, die Pat*innenschaft hat das bildungspolitische Kollektiv "Educat" übernommen. Dass Stolpersteine für trans NS-Opfer bislang nur mit den Deadnames verlegt wurden, liegt laut Brust sowohl an mangelnder Sensibilität, aber auch an fehlendem Wissen. Nicht immer könne man nachweisen, wie die Personen sich identifiziert haben, sagte Kai* Brust gegenüber der "taz". Viele hätten außerdem ihre Identität verborgen, um sich selbst zu schützen. (mize/pm)


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