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Höcke musste vor riesigem Regenbogen reden
Bild: Carla Kniestedt- 08. September 2023
Mit einer großen bunten Mal-Aktion haben am Donnerstag etwa 200 Menschen auf dem Oranienburger Schlossplatz gegen den rechtsextremen AfD-Politiker Björn Höcke protestiert.
Mit dem aufgemalten Regenbogen wolle man "deutlich machen, dass wir nichts zu tun haben mit einem Menschen, den man als Faschisten und Rechtsradikalen titulieren darf", sagte der Bürgermeister der Stadt, Alexander Laesicke (parteilos). An einem Tag wie diesen müssten "gute Demokraten ein Zeichen setzen". Laesicke hatte auf der Website der Stadt zu der Aktion aufgerufen. Es sei wichtig Haltung zu zeigen. Dass Oranienburg ein "brauner oder blauer Boden" sei, weise er klar zurück.
Um 17 Uhr wurde vor dem Schloss auch die Regenbogenfahne gehisst. Sie läutete den CSD Oberhavel 2023 ein, der am Samstag erstmals in Oranienburg stattfindet.
Bei der AfD-Kundgebung am Abend empörte sich die Vorsitzende der Jungen Alternative (JA) Anna Leisten über die bunten Farben. "Sollte die AfD jemals regieren und die Junge Alternative verantwortlich für den Straßenaktivismus sein, wird es eine riesige Deutschland-Fahne auf diesem Platz geben, das verspreche ich euch", sagte Leisten vor rund 400 Anhänger*innen. Laut "Tagesspiegel" sollen Mitglieder der Jungen Alternative eine Regenbogenfahne der Jusos gestohlen, demonstrativ bespuckt und zertrampelt haben.
In seiner fast einstündigen Rede auf dem Oranienburger Schlossplatz behauptete Björn Höcke, Deutschland stehe vor einem Kipp-Punkt und die AfD vor den Zielgeraden. "Deutsch und frei wollen wir sein", brüllte der rechtsextreme und extrem queerfeindliche AfD-Landeschef aus Thüringen. Sein Ziel sei es, gemeinsam mit Russland "ein neues Europa" zu bauen. "Diese EU muss sterben, damit das wahre Europa leben kann."
Über 1.000 Gegendemonstrant*innen begleiteten die Rede mit Zwischenrufen, wurden aber während der Kundgebung durch eine von AfD-Anhänger*innen aufgestellte, etwa 25 Meter lange Deutschlandfahne von der Veranstaltung abgeschirmt. Während Höcke sprach, ging am Schloss-Balkon ein Strahler an, der ein Plakat von Bernd das Brot ausleuchtete.
Die AfD in Brandenburg schwebt aktuell auf einem Umfragehoch. In der jüngsten Umfrage kam sie im Juli bei der Sonntagsfrage auf 28 Prozent. Damit lag sie in der Befragung des Instituts Insa für "Bild" klar vor der SPD mit 21 Prozent und der CDU mit 18 Prozent, gefolgt von der Linken mit 10 Prozent, den Grünen mit 9 Prozent und Freien Wählern mit 5 Prozent. (cw/dpa)
















