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Schwuler Expressionist der ersten Stunde

  • 16. Oktober 2023
Max Oppenheimer, Selbstbildnis, 1911 © Leopold Museum (Foto: Sotheby's / Sasa Fuis Photographie)

Mit der bisher umfassendsten Retrospektive zum österreichischen Künstler Max Oppenheimer (1885-1954) lädt das Wiener Leopold Museum dazu ein, ein bedeutendes, aber fast vergessenes Œuvre wiederzuentdecken.

Die umfassende Präsentation zeigt, wie radikal der in Wien geborene Maler und Grafiker immer wieder seine künstlerische Handschrift transformierte und einen substanziellen Beitrag zur Kunst der Moderne leistete. Mit rund 180 Exponaten beleuchtet "Max Oppenheimer. Expressionist der ersten Stunde" sein weitgehend unbekanntes Werk und erschließt seinen vielseitigen Motivschatz, der von Porträts und religiösen Themen über Stillleben bis hin zu Musikerdarstellungen reicht.

Bereits früh erlangte Oppenheimer Aufmerksamkeit und stellte seine Werke europaweit aus. Seine erfolgreiche Karriere führte ihn zwischen 1912 und 1932 mehrfach ins Ausland, wobei er immer wieder nach Wien zurückkehrte.

Mythologisch aufgeladene Arbeiten wie "Simson" (1911), "Die Geißelung" oder "Beweinung" (1913) zeigen, wie sich der Künstler aufgrund von erlittenen Verletzungen, wegen des aufkommenden Antisemitismus oder auch seiner Homosexualität, die gesellschaftliche Ächtung erfuhr, als Leidender inszenierte.


Max Oppenheimer, Die Geißelung, 1913 © Privatbesitz (Foto: Leopold Museum / Lisa Rastl)

Im Zuge des Aufstiegs des Nationalsozialismus wurde der Maler ob seiner jüdischen Wurzeln in Deutschland als "entarteter Künstler" verfemt, seine Werke wurden aus öffentlichen Sammlungen konfisziert. Durch den Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich 1938 war er gezwungen zu fliehen und emigrierte über die Schweiz in die USA. Zahlreiche Werke wurden vernichtet, andere gelten als verschollen. Für Oppenheimer erwies sich das Exil als prekäre Situation. Die Entwurzelung fern der Heimat hatte Apathie und einen weitgehenden Stillstand seiner Kreativität zur Folge. Max Oppenheimer verstarb 1954 vereinsamt und verarmt in New York.

Die Ausstellung "Max Oppenheimer. Expressionist der ersten Stunde" ist noch bis zum 25. Februar 2023 im Leopold Museum (MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien) zu sehen. (cw/pm)


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