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Dokumentar-Fotografie mit Haltung
- 17. Oktober 2023
Bild: Verena Jaekel / Stiftung WüstenrotUnter dem Titel "Images of the Present" zeigt die Staatsgalerie Stuttgart eine Auswahl aus 30 Jahren Dokumentar-Fotografie-Preis der Stiftung Wüstenrot – darunter auch queere Familienporträts von Verena Jaekel.
Die Dokumentarfotografie Förderpreise sind die bedeutendsten Auszeichnungen dieser Art in Deutschland. Sie richten sich an Fotograf*innen, die sich mit Themen der realen Lebenswelt beschäftigen und sich mit zeitgenössischen Mitteln mit der Repräsentationsfunktion von Fotografie auseinandersetzen. Seit 1994 wird der Preis im zweijährigen Turnus von der Wüstenrot Stiftung in Kooperation mit dem Museum Folkwang in Essen an Absolvent*innen von Hochschulen in Deutschland vergeben.
Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens präsentiert "The Gallery – Raum für Fotografie" im Erdgeschoss der Alten Staatsgalerie erstmals einen repräsentativen Überblick über drei Jahrzehnte Dokumentarfotografie in Deutschland. Die Stilmittel sind so unterschiedlich wie die Inhalte, aber eines gelte für alle Werkgruppen, so Kuratorin Christin Müller: "Die Fotografien sind authentisch, und sie zeigen mehr als ein Bildmotiv – sie zeigen eine Haltung."
Verena Jaekel gehörte zu den Preisträger*innen des Jahres 2006. Ihre Serie "Neue Familienportraits – New Family Portraits" zeigt Regenbogenfamilien aus Deutschland und den USA, damals noch kein selbstverständlicher Anblick. "Die Fotoserie greift die lange Tradition bildnerischer Darstellung von Familien auf", hieß es damals in der Jurybegründung. "Dabei sollen die Portraits nicht nur die Definition des Familienbegriffs erweitern, sondern auch stereotype Sehgewohnheiten bewusst machen und so eine Reflexion über die Darstellungsformen des Mediums Fotografie anregen."
Die Ausstellung "Images of the Present" ist noch bis zum 18. Februar 2024 in der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen. Der Eintritt ist frei. (cw)
















