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Bodybuilder in High Heels gegen toxische Männlichkeit

Bild: Thomas Schwarz
  • 30. Oktober 2023

Der schwule Bodybuilder Nicolas Rojas aus Hattersheim trägt bei Wettkämpfen rote Stöckelschuhe, um Klischees aufzubrechen.

Wenn Bodybuilder am Wettkampftag die Bühne betreten, entscheidet insbesondere ihr Geschlecht, wie sie ihren Körper auf der Bühne in Szene setzen sollen: Männer sollen stark, dominant, gewaltig auftreten – eben das Bild eines harten, echten Mannes, eines griechischen Gottes verkörpern. Frauen hingegen sollen sich in vielen Teilnahmeklassen elegant und grazil inszenieren – ein wenig flirten und kokettieren, natürlich auf hohen Schuhen, aufwendig frisiert und geschminkt.

Die Bodybuilding-Bühne wird damit zum Sinnbild für überkommene gesellschaftliche Erwartungen an Männer und Frauen. Um diese Geschlechterstereotype aufzubrechen, präsentierte Nicolas Rojas auf der jüngsten Europameisterschaft des Bodybuildingverbands INBA in Germersheim einen ganz besonderen Show Act: eine Posing-Kür, die fließend zwischen typisch männlicher und typisch weiblicher Darstellung variierte – und zwar in knallroten High Heels.

"Die knapp dreiminütige Performance sollte verdeutlichen, dass es bei der Posingkunst (und übrigens auch im echten Leben) darum geht, sich selbst auszudrücken – so wie man ist und ganz frei von Erwartungen, wie man sich als Mann oder als Frau zu zeigen hat", erklärte Rojas in einer Pressemitteilung.


Bild: Thomas Schwarz

Die Reaktionen des Kraftsport-Publikums waren gespalten. Einigen Funktionären des Bodybuildung-Verbands habe man angesehen, dass ihnen der Auftritt nicht zusagt, sagte der Posingtrainer und Wettkampfathlet gegenüber der "Frankfurter Rundschau" (FR). Von anderen Zuschauer*innen habe er gehört, dass das Publikum noch nicht so weit sei. In sozialen Medien habe er jedoch auch viel Zustimmung bekommen.

Mit seiner Homosexualität sei er in Bodybuilding-Kreisen akzeptiert worden, solange er das erwartete Bild auf der Bühne erfüllte, sagte Nicolas Rojas gegenüber der FR. "Es hat keinen interessiert, solange ich mich männlich gab." In den 1980er und 1990er Jahren seien schwule Athleten noch eher ein Tabuthema gewesen. (cw)


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