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Das "Ende der Homophobie" im polnischen Fernsehen

  • 10. Januar 2024

Unter der PiS-Regierung war der öffentlich-rechtliche Sender TVP praktisch ein Regierungskanal, in dem keine offen queeren Menschen geduldet worden sind. Das hat sich nach dem Wahlsieg von Donald Tusk geändert.

Zuschauer*innen des polnischen Frühstücksfernsehens haben am Samstag (6. Januar) ungewöhnliche Gäste erleben dürfen: In der TVP-Sendung "Pytaniu Na Śniadanie" traten zwei homosexuelle Paare auf – das aus einer Modelshow bekannte Paar Karolina Brzuszczyńska und Agnieszka Skrzeczkowska sowie die Aktivisten Jakub Kwieciński und Dawid Mycek. Jakub und Dawid brachten auch eine Regenbogenfahne ins Studio mit und verkündeten: "Wir wollten die Flagge schwenken und mitteilen, dass die Homophobie am 6. Januar endet."

In den letzten Jahren wäre diese Szene undenkbar gewesen. Als die rechtspopulistische Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) 2015 die Macht übernahm, baute sie TVP um: Regierungskritische Journalist*innen wurden gefeuert und durch Propagandist*innen ersetzt. Bei TVP waren queere Menschen seither Unpersonen: So hetzte der TVP-Chef gegen Homosexuelle oder untersagte die Ausstrahlung gleichgeschlechtlicher Küsse.

Erst der Wahlsieg des demokratischen Bündnisses von Donald Tusk beendete den Spuk. Die neue Regierung versprach nicht nur die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare, sondern gab dem Sender TVP seine Unabhängigkeit zurück.

LGBTI-Aktivist*innen hatten im Oktober schon bei den ersten Prognosen nach acht Jahren PiS-Herrschaft die Ergebnisse der Parlamentswahl gefeiert: "Die LGBT+-Community ist in Polen stärker denn je. Großartige Veränderungen liegen vor uns!", erklärte etwa der Verein Kampania Przeciw Homofobii (Kampagne gegen Homophobie). "Es besteht Hoffnung auf die Rückkehr von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Wenn sich die Umfragen bestätigen, werden wir die Handlungen der Regierung genau beobachten und Wahlversprechen umsetzen." (dk)


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