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Sieben Schauspieler*innen sind eine nichtbinäre Person
Bild: Kerstin Schomburg- 29. Januar 2024
Am Theater Magdeburg feierte am Samstag das Schauspiel "Blutbuch" Premiere. Basierend auf Kim de l'Horizons Roman kreist das Stück um Identität und Selbstbestimmung.
Kim de l'Horizon hat in vielerlei Hinsicht eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre geschrieben: "Mit einer enormen kreativen Energie sucht die nonbinäre Erzählfigur in 'Blutbuch' nach einer eigenen Sprache. Welche Narrative gibt es für einen Körper, der sich den herkömmlichen Vorstellungen von Geschlecht entzieht?" Mit diesen Worten verlieh die Jury 2022 den Deutschen Buchpreis an de l'Horizon (queer.de berichtete).
Ausgangspunkt des Romans ist die beginnende Demenz der Großmutter, die die Erzählfigur Kim veranlasst, sich schreibend mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und Fragen vor allem an die familiäre mütterliche Linie zu stellen. Kim de l'Horizons berührende, humorvolle und vielschichtige Generationenerzählung über Geschlechteridentität, die Weitergabe von Traumata, das Sprechen und das Verschweigen wird in Magdeburg in einer Fassung von Jan Friedrich auf die Bühne gebracht. Die Kernfrage, die ihn und sein Team dabei beschäftigt: Welche Erfahrungen, welches Erbe, welche Prägungen werden wie an nächste Generationen weitergegeben?
Was die Inszenierung besonders macht: Die insgesamt sieben Schauspieler*innen Iris Albrecht, Anton Andreew, Julia Buchmann, Marcel Jacqueline Gisdol, Oktay Önder, Michael Ruchter und Carmen Steinert schlüpfen abwechselnd in die Rolle der Hauptperson, teilweise stehen bis zu sechs Kims in identischen Outfits auf der Bühne. Ein "Theater-Glückserlebnis für alle Sinne!", lobte der MDR, während das Boulevardportal TAG24 urteilte: "Seltsamer geht's nicht."
Die nächsten "Blutbuch"-Aufführungen am Magdeburger Schauspielhaus sind am 2., 11. und 25. Februar sowie am 9. und 22. März 2024. Weitere Termine sind in Planung. Die offiziellen Szenenbilder zeigen wir in der unten verlinkten Galerie. (cw/pm)
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