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Queeres Adbusting in Berlin und Potsdam
Bild: Trans Justice Berlin- 23. März 2024
Gefälschte Plakate, die vermeintlich Werbung für den Medizinischen Dienst und das Bundesministerium für Gesundheit machen, kritisieren den schlechten Stand der Gesundheitsversorgung für trans und nicht-binäre Menschen in Deutschland.
Insgesamt 30 Plakate hängten Aktivist*innen von Trans Justice Berlin in der Nacht vom 21. auf den 22. März in Berlin und Potsdam auf – u.a. direkt vor dem Büro des Medizinischen Dienstes am Mierendorffplatz in der Hauptstadt. "Wir haben die Schnauze voll davon, dass die Barrieren für unsere Gesundheitsversorgung so hoch sind", erklärte Pressesprecher*in Kai Leiserbach. "Deswegen haben wir unseren Frust direkt zu den Büros der Verantwortlichen getragen."
Auf dem Plakat im Namen des Gesundheitsministeriums und des Gemeinsamen Bundesausschusses mit dem Porträt von Behördenchef Karl Lauterbach heißt es: "Sie sind trans? Ihre Gesundheitsversorgung ist bei uns in schlechten Händen!". Darunter führt ein Text weiter aus: "Trans Personen erleben viele Barrieren und Diskriminierung in der medizinischen Versorgung wie zum Beispiel entwürdigende Zwangsgutachten, lange Wartezeiten und Ablehnung der Kostenübernahme von geschlechtsaffirmierender Versorgung." Die Namen der Behörden wurden geändert, statt "Bundesministerium für Gesundheit" und "Gemeinsamer Bundesausschuss" heißt es "Bundesministerium für Ungesundheit" und "Gemeiner Bundesausschuss".

Bild: Trans Justice Berlin
Ein weiteres Plakat, das die Krankenkassen und den Medizinischen Dienst kritisiert, zeigt drei Menschen, die in die Kamera lächeln. In SMS-ähnlichen Sprechblasen steht: "Geschlechtsaffimierende Operation? Gerne lehnen wir deinen Antrag ab. Wir diskriminieren trans Personen." Die Adbusting-Aktion fand im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags für trans*Gesundheit statt. Kundgebungen und Proteste gab es auch in Göttingen, Halle, Kiel, Leipzig und Lüneburg.
Zuletzt hatte das Bundessozialgericht Ende letzten Jahres mit einem Urteil die Kostenübernahme von geschlechtsangleichenden Maßnahmen durch Krankenkassen praktisch ausgesetzt (queer.de berichtete). SPD, Grüne und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag zwar die vollständige Übernahme der Kosten geschlechtsaffimierender Behandlungen durch die gesetzlichen Kassen vereinbart, umgesetzt wurde das Vorhaben bislang jedoch nicht. (mize)
Links zum Thema:
» Homepage zum Aktionstag für trans*Gesundheit















