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Schygulla sorgt bei Ehrenpreis-Auftritt für Lacher
Bild: Eventpress- 04. Mai 2024
Aus queerer Sicht war die Verleihung des Deutschen Filmpreises am Freitagabend in Berlin eher enttäuschend – zu den Highlights gehörte der Auftritt von Hanna Schygulla.
Die 80-jährige Schauspielerin wurde für herausragende Verdienste um den deutschen Film mit dem Ehrenpreis geehrt. In Ihrer Dankesrede verzettelte sie sich bisschen auf der Bühne und sorgte für Lacher und ein amüsiertes Saalpublikum.
"So viel Ehre. Früher konnte ich das Wort überhaupt nicht leiden. Aber jetzt fühl' ich doch, dass es mir auch guttut", sagte Schygulla. Sie hatte mit der richtigen Höhe des Mikrofon-Ständers zu kämpfen. Laudator Dieter Kosslick, der frühere Berlinale-Intendant, kam ihr zu Hilfe.
In ihrer Rede, die sie handgeschrieben auf Zetteln mit auf die Bühne brachte, hinterfragte sich Schygulla als Ikone. Sie fragte auch nach dem 92 Jahre alten Filmemacher Alexander Kluge, der doch immer so klug gewesen sei.
Als die Veranstalter*innen Musik einspielten, die das Ende der Rede markieren sollte, blieb Schygulla noch auf der Bühne. Sie falle als Ikone auch mal gern aus dem Rahmen, sagte sie.
Die preisgekrönte Schauspielerin wurde 1943 geboren. Der queere Regisseur Rainer Werner Fassbinder holte sie in den 1960er Jahren zuerst ans Theater, mit ihm prägte Schygulla den Autorenfilm. Mit Fassbinders Filmen – etwa "Effi Briest", "Die Ehe der Maria Braun" und "Lili Marleen" – wurde sie berühmt. Später arbeitete die Film-Ikone mit europäischen Regiegrößen wie Volker Schlöndorff, Jean-Luc Godard, Carlos Saura oder Marco Ferreri. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mehrfach mit dem Deutschen Filmpreis, dem Darstellerpreis des Filmfestivals von Cannes, dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, dem Bayerischen Verdienstorden und 2010 mit dem Goldenen Ehrenbären der Berlinale für ihr Lebenswerk.
Mit dem Deutschen Filmpreis in Gold wurde das Drama "Sterben" von Matthias Glasner um eine zerrüttete Familie ausgezeichnet. Als einziges queeres Werk wurde "Sieger sein" von Soleen Yusef als bester Kinderfilm ausgezeichnet. (cw/dpa)











