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Künstler*­innen rütteln am Tabu der Kernfamilie

Bobby Baker, An Edible Family in a Mobile Home, die Künstlerin bei der Installation im Acme Fertighaus in der Conder Street, London, E1, 1976, Foto: Andrew Whittuck, © Bobby Baker and Andrew Whittuck, 2024
  • 07. Mai 2024

Unter dem Titel "Burning Down the House. Rethinking Family" zeigt das Kunstmuseum St. Gallen vom 1. Juni bis zum 8. September 2024 eine umfassende Gruppe von Künstler*innen, die sich kritisch mit der Familie als Tradition, Idee und Lebensform auseinandersetzt.

Die Familie wird in der zeitgenössischen Kunst selten zum Thema. Während feministische Künstler*innen ihre Rollen als Frau, Mutter, und Betreuungsperson beleuchteten, bleibt es um die Familie seltsam still. Sie ist zwar ein etabliertes Genre in der Fotografie und das Familienporträt hat eine lange Tradition in der Malerei – eine kritische Bearbeitung, die über eine bloße visuelle Repräsentation hinausgeht, hat bisher jedoch kaum stattgefunden. Es scheint fast so, als ob sich die Familie so tief in unserer Realität als eine unumstößliche Instanz eingenistet hat, dass eine solche Auseinandersetzung nicht zulässig ist. Wir leben in einer Zeit, in welcher Institutionen und Werte radikal infrage gestellt werden, nur, so scheint es, die Familie nicht. Die vorliegende Ausstellung hat den Anspruch, dies zu ändern.

Die thematische Schau versammelt wichtige Arbeiten, u.a. von Pionierkünstlerinnen wie Louise Bourgeois, Mary Kelly, Bobby Baker und PINK de Thierry und zeigt sie im Dialog mit zukunftsweisenden Kunstwerken einer jüngeren Generation von, zum Beispiel Rhea Dillon, Kyoko Idetsu und Lebohang Kganye. Das kuratorische Konzept geht einen Schritt weiter als bisherige Ausstellungen, die sich einzelnen Aspekten der Familie – wie zum Beispiel der Eltern-/Mutterschaft und der Wahlfamilie/Regenbogenfamilie – widmeten, indem die (Kern-)Familie als eigentliches Tabuthema in der zeitgenössischen Kunst umfassender und grundsätzlicher angegangen wird.

"Burning Down the House. Rethinking Family" ist die erste internationale, umfassende Gruppenausstellung auf musealem Niveau, welche auf die Familie aus heutiger Sicht fokussiert und diese zugleich in Frage stellt. Damit leistet sie zusammen mit der ausstellungsbegleitenden Publikation einen wichtigen kunsthistorischen Beitrag in der Aufarbeitung dieses Themas und knüpft an den aktuellen Diskurs der "Family Abolition" an. (cw/pm)


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