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Ein magischer Pilz als queeres Instrument
In der Hand der Drogengang: Ivo (Helge Mark Lodder, M.) wurde von Angel (João D'Orey, l.) und Pep (Jules* Elting) gefesselt (Bild: NDR / Agnesh Pakozdi)- 12. Mai 2024
Die neue queere Mystery-Serie "Brüt" erzählt nicht nur eine schwule Liebesgeschichte – erstmals in der deutschen Fernsehgeschichte stehen auch zwei trans Schauspielende gemeinsam vor der Kamera.
Das "Nordlichter"-Projekt des NDR handelt von einem wundersamen Pilz, den Ivo (Helge Mark Lodder) in einem Stadtwäldchen in Hamburg-Wilhelmsburg entdeckt. Aus ihm stellt er einen Stoff her, der unendliche Klarheit bei maximaler Ekstase verheißt. Ivos Vater Zlatan (Carlo Ljubek), der sich durch Experimente an demselben Pilz versehentlich in einen 12-Jährigen verjüngt hat, arbeitet derweil mit Hochdruck am Älterwerden.
Doch dann taucht Samuel (Sebastian Schneider) auf, ein junger Industrieerbe mit Idealen, der den Wald für ein Neubaugebiet roden will. Und Ivo verknallt sich in ihn. Überschattet wird die turbulente Romanze von einer queeren Drogengang unter dem Kommando von Ulrike Krohmberger (Angela Roy), die in dem Pilz den großen Coup wittert. Doch der Pilz macht sein Ding...

Ivo (Helge Mark Lodder) kuschelt mit Samuel (Sebastian Schneider) auf einer Schaukel (Bild: NDR / Agnesh Pakozdi)
Regie bei "Brüt" führen Marian Freistühler und Oliver Bassemir, die auch das Buch zur Miniserie geschrieben haben. "Es war uns wichtig, eine queere Geschichte zu erzählen, nicht im Sinne von 'Oh, wir erzählen eine schwule Lovestory'. Vielmehr geht es um einen queeren Blick auf die Welt, darum, das Sosein der Dinge als queer zu begreifen", sagt Bassemir. "Der Pilz ist in unserer Serie auch deshalb ein queeres Instrument, weil er körperliche Veränderungen und Transformationsprozesse möglich macht. Und vermeintliche Selbstverständlichkeiten in Frage stellt", ergänzt Freistühler.
Die Drogengang wurde zur Hälfte mit trans Schauspielenden besetzt: Jules* Elting spielt Pep (keine Pronomen) und trans Mann João D'orey den cis Mann Angel. Die Viererbande sei eine "Chosen Family", erklären sie in einem Statement. "Ihr Hausboot, die Moby Dick, wird zur Heimat einer queeren Utopie, ohne dass ein explizit queeres Narrativ bedient wird. Queerness wird vielmehr subtil miterzählt wie über das Kostümbild oder über eine intime Geschwisterlichkeit zwischen unseren Charakteren."
"Brüt" feiert am Freitag, den 24. Mai um 22.30 Uhr auf ONE Premiere. Gezeigt werden alle fünf halbstündigen Folgen am Stück, die ab diesem Tag dann auch in der ARD-Mediathek zur Verfügung stehen werden. Eine Ausstrahlung im NDR-Fernsehen erfolgt am Mittwoch, den 26. Juni um 23.30 Uhr. (cw)
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