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Elf junge Menschen im "Blutbuch"-Buchclub
Bild: Lukas Zander- 21. Juni 2024
Am Schauspiel Essen feierte am vergangenen Wochenende das queere Stück "Mein Blutbuch" Premiere, das Aline Bosselmann auf Grundlage von Kim de l'Horizons Roman mit Heranwachsenden erarbeitet hat.
Kim de l'Horizons "Blutbuch" erzählt von der Loslösung familiärer Prägungen sowie der Sehnsucht nach eben jenen Wurzeln. Gleichzeitig stellen fragmentartige Textzeilen einen Versuch dar, eine Sprache zu finden, die bisheriges dekonstruiert, queeres Storytelling erschafft und ein Gefühl von Gemeinschaft erzeugt.
Frei nach Kim de l'Horizons preisgekröntem Roman wurden in einem gemeinsamen Schreib- und Probenprozess queere Perspektiven in eine Inszenierung verflochten. Was bewegt dich an der Geschichte? Was ist deine persönliche Blutbuche? Aus diesen Fragen formten sich autobiografische Texte, die in der Kombination mit Originalzitaten aus dem Roman die Suche nach Verbundenheit unter dem gesellschaftlichen Druck auf empowernde Weise sichtbar machen.
In einem "Blutbuch"-Buchclub treffen elf junge Menschen aufeinander und folgen der Hauptfigur in ihrer Sehnsucht, dem Schweigen in der Familie und der gefühlt zementartigen Einteilung in zwei Geschlechter durch Schreiben zu entrinnen. Sie verlieren sich in Erinnerungen und werden dabei zu Figuren aus dem Roman.
Meer, Peer, Kind. Nur ist Peer nicht wirklich anwesend, dafür die Großmeer allgegenwärtig, auch wenn sie gar nicht da ist. Wie Staubpartikel im Licht. Lauter leere Kisten voller Bedeutung. Mit Schreibmaschine, E-Bass und Choreografien wirbelt das Stadt-Ensemble Plus, bestehend aus Schauspiel-Profis und jungen Menschen ohne Schauspiel-Ausbildung, nicht nur in der Casa, sondern auch in der binären Heterowelt ordentlich Staub auf!
Weitere Aufführungen in der Casa des Schauspiel Essen gibt es am 27. und 28. Juni 2024, jeweils um 19 Uhr. (cw/pm)

















