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Grugahalle empfängt AfD mit Regenbogenfahnen
Bild: IMAGO / Markus Matzel- 27. Juni 2024
Die AfD startet am Samstag ihren Bundesparteitag in der Messe Essen. Die Stadt konnte das Treffen der queer- und europafeindlichen Partei nicht verhindern, setzt jedoch mit Flaggen ein Zeichen.
Seit Mittwoch zieren EU- und Regenbogenflaggen die Masten vor der Grugahalle, wo der Parteitag stattfindet. Die Stadt Essen hatte monatelang nach Möglichkeiten gesucht, gegen die AfD-Versammlung vorzugehen, war damit aber letztlich vor Gericht gescheitert.
Die AfD will bei dem Parteitag am Samstag und Sonntag unter anderem den Vorstand neu wählen. Gegen das Treffen haben zahlreiche Organisationen Widerstand angekündigt – während des ganzen Wochenendes wird es Kundgebungen, Demonstrationen und Versammlungen geben. Es werden mehrere Zehntausend Teilnehmer*innen erwartet.
Bereits im vergangenen Oktober hatte die Grugahalle mit aufgezogenen Regenbogenfahnen ein Zeichen des Protests gesetzt. Anlass war ein Missionstreffen mit dem extrem queerfeindlichen Prediger Franklin Graham (queer.de berichtete).
Die Grugahalle ist eine 1958 errichtete, multifunktionale Veranstaltungshalle im Essener Stadtteil Rüttenscheid, die bis zu 10.000 Besucher*innen Platz bietet und am 26. Oktober 2000 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Sie gehört zum Gruga-Komplex, zu dem auch der Grugapark, das Grugabad und die Messe Essen gehören. Der Name kommt von der Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung, die 1929 und 1952 stattfand. Drei Tage nach Halleneröffnung, am 28. Oktober 1958, spielten Bill Haley and His Comets unter Begleitung von über 200 Polizisten in der Grugahalle.
Heute wird die Grugahalle unter anderem für Konzerte, Sportveranstaltungen, politische Treffen und Hauptversammlungen großer Konzerne genutzt. Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 erhielt die Grugahalle die Auszeichnung "Big beautiful building". Sie wurde offiziell zur Feierlichkeit ihres 60-jährigen Bestehens am 29. Oktober 2018 verliehen. (mize/dpa)
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