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Hingerichtet wegen "Unzucht mit einer anderen Frau"

Bild: Elisabeth Rawald
  • 25. Juli 2024

Vor rund 300 Jahren wurde Anastasius Lagrantinus Rosenstengel in Halberstadt mit dem Schwert geköpft. Mit dem Stück "Ich bin dann er" erzählt das Harztheater das bewegte Leben der queeren Person.

1687 im thüringischen Gehofen als Catharina Margaretha Linck geboren, entschied sich Linck im Alter von 15 Jahren aus einem fremdbestimmten Leben im Waisenhaus auszubrechen und sich eine neue Identität zuzulegen: Anastasius Lagrantinus Rosenstengel. Catharina bestritt fortan ein Leben als Mann, wurde ins Militär eingezogen, galt dank eines "ledernen Instruments" bald als Frauenheld, desertierte, wurde zum Tode verurteilt, konnte fliehen, heiratete die junge Catharina Mühlhahn und landete dafür schließlich erneut vor Gericht und wurde zum Tode verurteilt. Anastasius war die letzte als Frau gelesene Person, die wegen Unzucht mit einer anderen Frau in Europa 1721 hingerichtet wurde.

Das Theaterstück "Ich bin dann er" wurde inspiriert durch Angela Steideles Buch "In Männerkleidern" von 2004, für das sie historische Akten, Briefe und sonstige Dokumente auswertete und das 2021 zum 300. Todestag als erweiterte Neuausgabe erschien. Im Interview mit queer.de hält die Autorin mehrere Interpretationen der Identität der historischen Figur für legitim. 1721 könnte sowohl ein trans Mann, eine Lesbe oder auch eine nichtbinäre Person mit dem Schwert geköpft worden sein.

Der Münchner Autor Marcus Everding hat basierend auf den historischen Fakten ein rasantes Stück für Halberstadt vorgelegt, das zugleich hochspannender Justizkrimi, opulentes historisches Spektakel, Schelmenkomödie und ein berührendes Porträt eines Menschen ist, der nicht anderes tat, als so zu leben, wie er es wollte. Regie führt Rosmarie Vogtenhuber-Freitag,

Weitere Aufführungen stehen am 22. August um 19:30 Uhr sowie am 24. August 2024 um 18 Uhr auf dem Programm der Harztheaters. (cw/pm)


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