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Schwules Begehren um die Jahrhundertwende
- 26. Juli 2024
Bild: Wilhelm von PlüschowEin neuer Bildband vereint 176 Fotografien des deutschen Aktfotografen Wilhelm von Plüschow (1852-1930).
Auf 256 Seiten dokumentiert das Buch "Wilhelm von Plüschow: Photographies 1879-1914" eine einzigartige homoerotische Reise. Um 1870 zog Plüschow nach Rom, wo er die italienische Form seines Vornamens "Guglielmo" bevorzugte. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt als Weinhändler, doch wandte er sich schon bald der professionellen Aktfotografie zu. Später arbeitete er auch in Neapel. Hier führte er eine Reihe Auftragsarbeiten aus, unter anderem mit Aufnahmen von Nino Cesarini, dem Geliebten von Baron Jacques d'Adelswärd-Fersen auf dessen Anwesen, der Villa Lysis auf Capri.
Auch in Griechenland, Ägypten und Tunesien hat Wilhelm von Plüschow nackte junge Männer fotografiert. Seine Werke sind denen seines Cousins Wilhelm von Gloeden ähnlich und wurden oft diesem zugeschrieben.
Der auf 500 Exemplare limitierte Bildband (ISBN 979-10-93837-11-6) kann zum Preis von 68 Euro über die Homepage des Pariser Verlags Éditions Galerie Au Bonheur du Jour bestellt werden. Dort gibt es auch einige weitere Bilder aus dem Buch zu sehen.

Plüschow wurde in Wismar als der älteste von sieben Geschwistern in die Familie Plüschow geboren. Sein Vater Friedrich Carl Eduard Plüschow war ein nichtehelicher Sohn des Erbprinzen Friedrich Ludwig zu Mecklenburg, der dem Kind den Namen seines Sommersitzes Schloss Plüschow gab (und nicht, wie oft zu lesen, von Plüschow). Der Flieger Gunther Plüschow ist ein Neffe Wilhelm Plüschows.
Um 1870 zog Wilhelm Plüschow nach Rom, wo er die italienische Form seines Vornamens "Guglielmo" bevorzugte. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt als Weinhändler, doch wandte er sich schon bald der professionellen Aktfotografie zu. Später arbeitete er auch in Neapel. Hier führte er eine Reihe Auftragsarbeiten aus, unter anderem mit Aufnahmen von Nino Cesarini, dem Geliebten von Baron Jacques d'Adelswärd-Fersen auf dessen Anwesen, der Villa Lysis auf Capri.
1902 wurde Plüschow der Verführung Minderjähriger angeklagt und zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Ein weiterer Skandal folgte 1907, und 1910 musste Plüschow Italien verlassen und kehrte nach Deutschland zurück, wo er sich in Berlin niederließ. (mize)











