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So romantisch kann Cruising sein!

  • 21. August 2024
Bild: Lukas Städler / Dittrich & Schlechtriem / VG Bild-Kunst Bonn 2024

Der Fotograf Lukas Städler zeigt Quickies schwuler Männer in idyllischer Natur. Nun ist seine sinnliche Serie "Hain" im Fotografiska in Berlin zu sehen.

Welche Bilder kommen dir in den Sinn, wenn du an Cruising denkst; das anonyme, einvernehmliche sexuelle Aufeinandertreffen meist schwuler Männer im öffentlichen Raum? Der Fotograf Lukas Städler war von dieser Szene fasziniert und gleichzeitig verwirrte sie ihn. Er musste sie einfach auf sehr persönliche Weise entdecken.

Seine Serie "Hain" stellt die gängigen Vorstellungen von Cruising infrage, indem sie romantische Momente mit nackten, männlichen Personen vor idyllischen Naturumgebungen einfängt. Mit seinem Blick durch die Kamera durchbricht Städler Stereotype und bietet eine neue Perspektive.

"Vor zwei Jahren fing ich damit an, Crusing Spots in Berlin zu porträtieren. Orte, an denen sich schwule Männer für kurze Zeit treffen, um anonymen, einvernehmlichen Sex zu haben", so Lukas Städler über seine Serie. "Diese Plätze in den Wäldern der Stadt oder in öffentlichen Parks, wie Tiergarten oder Hasenheide, sind oft nur wenige Meter von den Wegen entfernt. Meine Absicht war es, eine romantische Vorstellung dieser Situationen zu vermitteln, die mich zunächst verwirrt haben. Ich habe festgestellt, dass diese Arbeit für mich eine Art Selbstporträt ist, das es mir erlaubt, persönliche Fragen in Bezug auf das Lieben und Altern zu reflektieren."

Städlers fortlaufendes Projekt begann mit häufigen Besuchen dieser Orte. Es hat über ein Jahr gedauert, bis er sein erstes Foto aufnahm. In dieser Zeit traf er Personen aus verschiedenen Altersgruppen und mit diversen sozialen Hintergründen. Erst nachdem er das Vertrauen seiner Protagonisten gewonnen hatte, durfte er diese intimen Momente einfangen und teilen. Mit "Hain" bietet Städler einen Einblick in das verborgene Berlin – einen Teil des Stadtbilds, der oft nicht sichtbar ist.

Crusing begann zu einer Zeit, in der sich homosexuelle Menschen nicht outen konnten und es keine öffentlichen Plätze gab, an denen sie ihre Sexualität ausleben konnten. Parks und andere urbane Räume wie der Berliner Tiergarten wurden so zu Orten für private Treffen. Heutzutage hat sich die Cruising-Szene durch Dating-Apps weiterentwickelt. Trotzdem bleiben diese physischen Orte ein Teil der Stadt. Vor diesem Hintergrund ist Städlers Fotografie ein Medium, um queere Identität auszudrücken. Der Begriff "Hain" erinnert an ein kleines, friedliches Wäldchen oder Gehölz, das für einen besonderen oder heiligen Ort steht.

Die Ausstellung öffnet am 22. August 2024 um 18 Uhr im Fotografiska Berlin (Oranienburger Str. 54, Mitte) und ist dort anschließend bis zum 9. Oktober zu sehen. Sie ist Teil des Talentprogramms "Emerging Berlin", das Fotograf*innen in den frühen Phasen ihrer Karriere unterstützt. (cw/pm)


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