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"Butchposition" erforscht queere Selbsterzählung
Bild: Sinah Osner- 16. September 2024
Am Staatstheater Darmstadt feierte am Wochenende das Stück "Butchposition" Premiere, das sich mit einem Text von Leslie Feinberg auseinandersetzt.
1993 veröffentlichte Leslie Feinberg (1949-2014) den Roman "Stone Butch Blues". Dieser erzählt vom Aufwachsen in Buffalo, vom queeren Alltag im New York City der 1960er bis 1980er Jahre sowie von den Stonewall Riots und der damit verbundenen Gewalt. Dabei gelingt es Feinberg, die zentrale Geschichte und die Beschreibung von Machtsystemen, welche auf die erzählten Figuren einwirken, miteinander zu verbinden. So gibt der Roman den Anlass, sich mit Erzählungen von Lebensrealitäten auseinanderzusetzen, die sich außerhalb der binären Geschlechterordnung verorten. Ohne den Roman nachzuerzählen oder zu bebildern, beschäftigt sich "Butchposition" mit der Suche nach Erzählungen und Erinnerungen von queeren Identitäten, welche klassische Beschreibungen oder Definitionen überschreiten.
Denn wir alle brauchen Erinnerungen, um die eigene Identität zu konstruieren. Aber welche Erinnerungen werden aufbewahrt, konserviert und weitergegeben? Wer kann sich erinnern und wer darf von sich erzählen? Wer bleibt ungehört oder vergessen? "Butchposition" erforscht queere Selbsterzählung. Dabei fragt die installative Performance danach, wie sich queere Identitäten, Geschlechter und Sexualitäten, in der Vergangenheit und Gegenwart, erzählen und beschreiben lassen, ohne sich dabei an gesellschaftlichen Stereotypen festzuhalten.
Die Zuschauer*innen sind an diesem besonderen Theaterabend eingeladen, gemeinsam mit den Performer*innen einen neuen Raum zu entdecken.
Weitere Vorstellungen gibt es am 22. September, am 5., 13. und 20. Oktober, am 15. November sowie am 14. Dezember 2024. Karten sind über die Homepage des Staatstheaters Darmstadt erhältlich. (cw/pm)











