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Für eine Welt jenseits von Normativität

Bild: Gianmarco Bresadola
  • 07. Oktober 2024

Am Theater Magdeburg ist das legendäre queere Debüt "Kleinstadtnovelle" von Ronald M. Schernikau jetzt in einer Bühnenfassung zu erleben.

Ronald M. Schernikau, einer der schillerndsten Autor*innen der 1980er Jahre, wurde 1960 in Magdeburg geboren. Als er "Kleinstadtnovelle" schrieb, war er 19 Jahre alt. Der Text ist eine literarische Sensation, eine präzise und vielschichtige Analyse der ausweglosen Situation Jugendlicher in einer Gesellschaft, die auf Anpassung und Stillstand, nicht auf Veränderung und Fortschreiten gerichtet ist. Wie das gesamte Werk Schernikaus ist "Kleinstadtnovelle" eine radikale Zuwendung zur Freiheit, ein Eintreten für eine Welt jenseits von Normativität. 45 Jahre nach der Veröffentlichung seines Debüts, dessen formale wie inhaltliche Aktualität verblüfft, gilt Schernikaus Werk als Weltliteratur.

Regisseur Florian Fischer entwirft mit seinem Team einen nonkonformistischen (Erzähl)raum, eine der Utopie großmöglicher Freiheit und Solidarität verpflichtet Insel inmitten einer sich verhärtenden Realität, in der rechte Kräfte zunehmend ins Visier nehmen, wofür Schernikau steht und kämpfte.

Bühnenbildnerin Sina Manthey, die mit Fischer bereits bei "Gas" zusammenarbeitete, bricht hierfür Bühne und Zuschauerraum auf, verwischt die Grenzen und schafft einen Raum, der zum Verweilen einlädt. Cornelius Reitmayrs Kostümbild kombiniert Naturalismus der 70er und 80er Jahre mit surrealen Elementen. Der Musiker Romain Frequency lässt elektronische Musik auf ostdeutschen Pop und Schlager treffen. Es spielen Anton Andreew, Nora Buzalka und Lorenz Krieger.

Ronald M. Schernikau flüchtete 1966 mit seiner Mutter in den Westen. 1986 ging er zurück in die DDR, studierte in Leipzig und nahm 1989 die Staatsbürgerschaft der DDR an. Er starb 1991 mit 31 Jahren an den Folgen seiner HIV-Infektion.

Premiere im Magdeburger Schauspielhaus feierte "Kleinstadtnovelle" am Samstag. Weitere Vorstellungen gibt es am 12. sowie am 27. Oktober 2024, jeweils um 19.30 Uhr. Folgetermine werden fortlaufend auf theater-magdeburg.de veröffentlicht. Mehr Eindrücke von der Inszenierung gibt es in der unten verlinkten Fotogalerie. (cw/pm)

Galerie:
Kleinstadtnovelle
8 Bilder

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