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Bundesverdienstkreuz für Wolfgang Vorhagen

Bild: Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege
  • 24. Oktober 2024

Für seinen herausragenden Einsatz für die Aidshilfe und die Schwulenbewegung wurde Wolfgang Vorhagen am Mittwoch von Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

"Sie waren und sind nicht nur ein Wegbereiter der Aidshilfe, sondern auch ein Vorbild für Solidarität, Empathie und das unermüdliche Streben nach Gerechtigkeit", erklärte die SPD-Politikerin zur Verleihung.

Als pädagogischer Mitarbeiter prägte Wolfgang Vorhagen über drei Jahrzehnte maßgeblich die Arbeit der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen, wo er auch die bundesweiten Positiventreffen organisierte. Zuletzt gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS).

Anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gab der 70-Jährige dem Aidshilfe-Portal magazin.hiv ein lesenswertes Interview. Darin appellierte er u.a. an die queere Community, Generationenkonflikte zu überwinden:

Zunächst wünsche ich mir, dass die derzeitigen Diskurse, die zunehmend auseinanderdriften – hier queerfeministisch, dort "alter, schwuler, weißer, cis Mann" und so weiter – wieder mehr zusammenkommen. Und dass auf beiden Seiten mehr über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut wird, unvoreingenommen die Diskussionen der anderen verfolgt werden und zu verstehen versucht wird, worum es da vor den unterschiedlichen biografischen Hintergründen geht. Ich finde es problematisch, wenn wir uns gerade in dieser schwierigen politischen Situation weiter auseinanderdividieren. Es ist wichtig, dass wir uns wieder als gemeinsame Bewegung verstehen und auch nach außen hin gesellschaftspolitisch agieren. Das wird in Zukunft notwendig sein, wenn aus dem Wind, der uns entgegenbläst, dann vermutlich ein Sturm geworden ist. Reflexartige Empörung oder dergleichen können wir uns einfach nicht mehr leisten. Das erhoffe ich mir übrigens nicht nur von den jüngeren, sondern auch von den älteren queeren oder schwulen Menschen.


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