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Queeres Drama zur Prime Time: Adele Neuhauser als trans Frau

Bild: Jacqueline Krause-Burberg / ORF / BR
  • 10. November 2024

Die meisten kennen Adele Neuhauser als Wiener "Tatort"-Kommissarin Bibi Fellner. Im neuen TV-Film "Ungeschminkt" spielt sie erstmals eine trans Frau, die mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird.

Vor über 40 Jahren und vor ihrer Transition hat Josefa (Adele Neuhauser), im Streit ihr Heimatdorf Distlfing verlassen. Heute kehrt Josefa dorthin zurück. Vieles ist geschehen in dieser Zeit. Vieles hat sich verändert. Josefa lebt ihr Leben. Als Frau. Auf dem Hof der verstorbenen Eltern wird sie nicht nur mit voller Wucht mit ihren verschollenen Erinnerungen konfrontiert, nein, da ist auch Petra (Eva Mattes), die einmal ihre Ehefrau war. Vieles, das damals nicht gesagt wurde, verlangt nun Gehör. Kränkungen und Missverständnisse brechen auf wie nie verheilte Narben. Da ist Blume (Ulrich Noethen), Josefas bester Freund von damals. Ein sanfter Wegbegleiter, der von Josefa Antworten auf Fragen erhofft, die er damals nicht zu stellen wagte. Aber nicht nur für Josefa ist es eine Aufarbeitung ihrer Vergangenheit, auch Petra trägt Geheimnisse mit sich. Rückhalt findet Josefa in ihrer guten Freundin Antonia (Hayal Kaya). Die junge Josefa vor der Transition spielt Riccardo Campione.

"Natürlich" habe sie darüber nachgedacht, ob sie als cis Frau eine trans Frau spielen sollte, meinte Neuhauser gegenüber der Austria Presse Agentur (APA). "Umso intensiver habe ich mich vorbereitet. Ich glaube, es geht um den aufrichtigen Zugang zum Thema." Vor den Dreharbeiten habe die österreichische Schauspielerin Dokumentationen geschaut, mehrere Bücher über Transitionen gelesen und mit zwei trans Menschen gesprochen.

Zudem habe sie einen persönlichen Zugang zum Film gehabt: "Ich bin auch bei der Recherche in meiner Vergangenheit an Dinge gestoßen, die mir in meiner Jugend, in meiner Selbstfindung im Weg standen, wie ich mir im Weg gestanden bin und ich auch manchmal nicht wusste: Was bin ich? Ein Manderl oder ein Weiberl?", sagte Adele Neuhauser. "Es war mir lange nicht möglich, mich in meine Weiblichkeit fallen zu lassen", ergänzte sie gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Gegenüber dem Boulevardblatt äußerte sich die 65-Jährige auch erstmals über ihre sexuelle Orientierung: "Als ich 15, 16, 17 war, wusste ich nicht, wie ich zu einer Authentizität finden kann. Das war nicht nur rein geschlechtlich orientiert, sondern ich wusste damals auch nicht, wo meine Gefühle hingehen: zu Männern oder zu Frauen – was auch der Fall war", so Neuhauser. "Ich war eine Suchende. Diese Freiheit müssen wir jedem Menschen geben."

Auch heute noch könne sie Gefühle für eine Frau entwickeln. "Mich in eine Frau zu verlieben, würde mich nicht irritieren", sagte die Schauspielerin. "Es geht doch im Leben darum, zu seiner Blüte zu kommen. Und wenn jemand das Schönste und Positivste in einem weckt, dann hat es die Chance, Liebe zu sein. Und dann ist es vollkommen egal, von welcher Seite sie kommt."

"Ungeschminkt" von Regisseur Dirk Kummer nach einem Drehbuch von Uli Brée läuft am Mittwoch, den 13. November 2024 im Ersten und kann bereits in der ARD-Mediathek gestreamt werden. (mize)


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