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Eine Luftschlange erinnert an Hamburgs schwules Tanzverbot
Bild: Franziska Opel / Hannah Rath- 24. November 2024
Neben dem bereits beschlossenen Denk-Ort für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt an der Binnenalster bekommt Hamburg mit "Für Capri und Roxi" ein weiteres queeres Mahnmal.
Gegen die Stimmen der AfD beschloss die Bürgerschaft am 13. November einen Antrag (PDF) der Regierungsfraktionen SPD und Grüne, auch den ursprünglichen Siegerentwurf der beiden Künstlerinnen Franziska Opel und Hannah Rath im Wettbewerb für den Denk-Ort zu finanzieren. Weil dieser zu einseitig nur schwule Belange in den Blick rücke sowie nur in die Vergangenheit blicke, hatte sich die Stadt im Sommer für die Realisierung des zweitplatzierten Entwurfs "Pavillon der Stimmen" vom Studio Other Spaces entschieden (queer.de berichtete). Aus der Hamburger Kunstszene gab es daraufhin große Kritik.
Der Entwurf "Für Capri und Roxi" in Form einer überdimensionalen lila-blauen Luftschlange erinnert an das deutschlandweit einzigartige Tanzverbot für Männerpaare, das 1960 vom Bezirksamt Hamburg Mitte verhängt wurde. Betroffen waren die heute nicht mehr existierenden Szene-Lokale "Capri-Bar", "Roxi-Bar" "Stadtkasino", "Bohème" und "Neu-Stadt-Casino". Das Denkmal soll an einem der ehemaligen Standorte errichtet werden. Für die Realisierung wurden insgesamt 150.000 Euro bereitgestellt.
"Das Kunstwerk 'Für Capri und Roxi' beleuchtet ein bisher kaum bekanntes Kapitel der Diskriminierung von Schwulen in Hamburg und trägt dazu bei, dieses Unrecht sichtbar zu machen", erklärte René Gögge, kulturpolitischer Sprecher der Hamburger Grünen-Fraktion. Für die kulturpolitische Sprecherin der SPD Isabella Vértes-Schütte ist das Mahnmal "eine tolle Ergänzung zum 'Pavillon der Stimmen', der nach Rücksprache mit der Community zum neuen 'Denk-Ort sexuelle und geschlechtliche Vielfalt' werden wird." (mize)










