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Queere Identitäten sichtbar machen

  • 27. November 2024
Bild: Carlos Flores Paredes

Mit seiner Kunst beleuchtet Carlos Flores Paredes die Schnittstellen von Kolonialgeschichte, queerer Ästhetik und Fragen des Fetischismus – unter dem Titel "Pop-Tropical" sind seine Arbeiten im kommenden Monat im Berliner Buchladen Eisenherz zu sehen.

Als in Costa Rica geborener Künstler mit peruanischen und guatemaltekischen Wurzeln, der seit 2013 in Berlin lebt, beschäftigt sich Carlos Flores Paredes intensiv mit der Dekonstruktion hegemonialer Männlichkeitsbilder und der Sichtbarmachung queerer Identitäten. Der Fokus seiner Arbeit liegt auf der Hinterfragung von Männlichkeitsbildern, insbesondere anhand des Fetischs Unterwäsche und der damit verbundenen vermeintlichen Feminisierung des männlichen Körpers. Dabei geht er der Frage nach der Macht von Kleidungsstücken nach, die in seinen Arbeiten als symbolische Schnittstellen von Intimität, Sexualität und Begehren fungieren.

Die tropische Landschaft seiner Heimat ist eine weitere wichtige Inspirationsquelle, die er nutzt, um koloniale und rassistische Stereotypen zu hinterfragen. "Während die Tropen, die exuberante Natur, die warmen Strände der Karibik und des Pazifiks einen Sehnsuchtsort für Europäer*innen darstellen, sind unsere Körper, unser Wissen und Denken Mechanismen der Unterdrückung und Diskriminierung unterworfen", so Carlos Flores Paredes. "Diese visuellen Elemente tropischer Natur verwebe ich mit den Spannungen, die aus der Konfrontation zwischen westlichen, eurozentrischen Narrativen und nicht-weißen, rassifizierten Perspektiven entstehen. Ein zentrales Anliegen meiner Kunst ist es, Räume, die lange Zeit von weißen, europäischen Narrativen dominiert wurden, zu öffnen und mit queeren und nicht-weißen Stimmen zu bereichern."

Ein wiederkehrendes Narrativ ist die Aneignung christlicher Bildwelten, insbesondere der Figur des Heiligen Sebastian, dessen Darstellung als Märtyrer in der westlichen Kunstgeschichte oft eine unterschwellige homoerotische Ästhetik trägt. Er verknüpft diese sakralen Bildwelten mit queeren Identitäten und bricht so traditionelle Vorstellungen von Geschlecht, Heiligkeit und Körperlichkeit auf.

Carlos Flores Paredes schafft so einen Dialog über Gender, Macht und Identität. Ziel seiner Arbeit ist es, queere Menschen und rassifizierte Identitäten in Narrativen zu verorten, die lange Zeit ausschließlich von weißen und heteronormativen Perspektiven geprägt waren, und so alternative Erzählräume zu eröffnen.

Vernissage der Ausstellung "Pop-Tropical" im Buchladen Eisenherz (Motzstraße 23, Berlin-Schöneberg) ist am Dienstag, den 3. Dezember 2024 um 18 Uhr. Die Arbeiten können bis Ende des Jahres in der Galerie des Buchladens besichtigt werden. Einige Werke zeigen wir in der unten verlinkten Galerie. (cw/pm)

Galerie:
Pop-Tropical
4 Bilder

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