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Schwuler Zufluchtsort der 1980er Jahre
Bild: Müllers Kabinett / Hendrik Müller- 13. Dezember 2024
Das "Studio X" war das berühmteste Pornokino in Dortmund. Seit 2017 steht es leer. Vor seinem Abriss wird es nun zum Thema einer Kunstausstellung.
Februar 2024: Hendrik Müller erhält die Schlüssel für das leerstehende Gebäude Leopoldstraße 1a in Dortmund. Er informiert Silvia Liebig, und beide begeben sich mit Stirnlampen und Kamera auf Erkundungstour. Als sie Achim Zepezauer davon berichten, beschließen die drei Dortmunder Kunstschaffenden, ein gemeinsames Kunstprojekt zu entwickeln. Der Name: "Studio X".
Die Adresse im Norden der Innenstadt hat eine lange Geschichte: Tingeltangel seit dem 19. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand hier das "Decla"-Kino mit der größten Leinwand Dortmunds. Ab 1967 hieß es "Europa-Palast", und die Leinwand wurde noch größer. In den 1970er Jahren geriet das große Kino in finanzielle Schwierigkeiten und wurde verkauft. Der neue Besitzer machte ein Pornokino daraus: Die Erfolgsgeschichte des "Studio X" begann im Windschatten der sexuellen Befreiung. Als schwuler Cruisingtreff war das Kino im ganzen Ruhrgebiet bekannt.

Bei der Ausstellung "Studio X" geht es um diesen Ort. Die gemeinsame Installation von Silvia Liebig, Hendrik Müller und Achim Zepezauer (Ach Kuhzunft) verarbeitet Geschichten, die der Ort erzählt, ergänzt um eine dokumentarische Dimension, Assoziationen und unerwartete Einfälle. "Sie will Impulse geben zum Nachdenken über diesen Ort und seine Nutzung", heißt es in der Ankündigung. Die gesammelten Materialien sollen später an das Stadtarchiv übergeben werden.
Die Ausstellung wird am Samstag, den 14. Dezember 2024 um 19 Uhr im HANS A (Hansastraße 6-10, 44137 Dortmund) eröffnet und ist dort anschließend bis zum 10. Januar 2025 zu sehen (Öffnungszeiten: jeweils Donnerstag bis Sonntag, 15 bis 18 Uhr, am 26.12.2024 geschlossen). (cw/pm)











