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Kastrationen als "Heilmittel", Verfolgung und kaum Wiedergutmachung

Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel
  • 22. Januar 2025

Die neue Ausstellung "Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit" in Dortmund beschäftigt sich mit der Entwicklung des sogenannten "Schwulenparagrafen".

Im NS-Regime wurden schwule und bisexuelle Männer verfolgt. Wer überlebte, hatte später kaum Chance auf Wiedergutmachung. Die Ausstellung in der Gedenkstätte Steinwache wirft einen Blick auf antihomosexuelle Gesetzgebung und wird am Donnerstag, den 23. Januar 2025 um 19 Uhr eröffnet.

Es sind Plakatwände mit zum Teil schockierenden Fotos und Informationen: Kastrationen als "Heilmittel", Verfolgung und kaum Wiedergutmachung. Die zeigt die Verfolgung homo- und bisexueller Männer und die Entwicklung der Gesetzgebung, die erschreckend spät geändert wurde. Sie wirft aber auch einen Blick auf die persönlichen Geschichten der Verfolgten.

Queere Menschen in Deutschland wurden mit dem Paragrafen 175 verfolgt, sowohl in Zeiten von Diktatur und Monarchie als auch in der Demokratie. "Gerade heute ist es wichtig, daran zu erinnern, dass demokratische Verhältnisse allein noch keinen Schutz von Menschenrechten garantieren. Es braucht auch streitbare Demokrat*innen, die für die Rechte von Minderheiten eintreten", erklärte Paul Klammer, Geschäftsführer von SLADO. Der Dachverband der queeren Initiativen kooperiert mit der Steinwache bei dieser Ausstellung. "Lange Zeit waren Schwule, Lesben, Bisexuelle, trans*, inter* und andere queere Menschen dabei auf sich selbst gestellt. Auch daran wird in der Ausstellung erinnert."

Erst im Jahr 1969 wurden die Paragrafen 175 und 175a StGB erstmals liberalisiert und erst 1994 als Folge der deutschen Wiedervereinigung endgültig aufgehoben. Das Centrum Schwule Geschichte (Köln) schlägt mit der Ausstellung einen Bogen quer durch die Geschichte antihomosexueller Gesetzgebung auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Die Ausstellung richtet ein besonderes Augenmerk auf das Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens.

"Das Dortmunder Polizeigefängnis, die Steinwache, war ein zentraler Ort staatlicher Verfolgung im Nationalsozialismus. Betroffen waren auch hunderte schwule Männer, die teilweise von hier aus in Konzentrationslager deportiert wurden", so Dr. Markus Günnewig, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte. Er weist besonders auf die junge Geschichte der Abschaffung des Paragrafen. "Als 1992 die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache eröffnet wurde, war Homosexualität immer noch illegal. Die Geschichte des Hauses spiegelt also in ganz besonderer Weise die Geschichte des repressiven staatlichen und gesellschaftlichen Umgangs mit sexueller Vielfalt."

Die Ausstellung wird bis zum 30. April 2025 in der Steinwache in der Steinstraße 50 gezeigt. (cw/pm)


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