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Die Malerei für Selbstbefragungen geöffnet
Ull Hohn, Untitled, 1993. Öl auf Leinwand, 45,5 x 61 cm- 13. Februar 2025
Noch bis zum 11. Mai 2025 zeigt das Haus am Waldsee in Berlin die Ausstellung "Revision" mit Arbeiten des 1995 an den Folgen von Aids verstorbenen schwulen Künstlers Ull Hohn.
Für Ull Hohn war Malerei weit mehr als nur ein materielles Medium – sie war ein Raum, in dem sich künstlerische Diskurse, malerische Techniken und persönliche Reflexionen verbanden. In einer Zeit, in der die Malerei vielerorts als erschöpft galt, suchte Hohn nach einer Erneuerung aus den Möglichkeiten des Mediums selbst.
In seinen Werken aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahren erforschte Hohn die Verbindungen zwischen formalen und politischen Fragen wie Körperlichkeit und Sexualität. Er experimentierte mit malerischen Darstellungsformen, die sich zwischen massenmedialer Aneignung und dem Spannungsfeld von Virtuosität und Amateurhaftigkeit bewegten und die Malerei für Selbstbefragungen öffneten.
Die Ausstellung im Haus am Waldsee (Argentinische Allee 30, Berlin-Zehlendorf) beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen formaler Hingabe und der Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen und politischen Diskursen. Fragen zur Relevanz der Malerei und zur Positionierung als Künstler, insbesondere im Hinblick auf die eigene Identität, prägten Hohns künstlerischen Weg und sind auch heute von zentraler Bedeutung für nachfolgende Künstler*innen-Generationen. (cw/pm)











