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Fünf schwule Freunde
Robert Rauschenberg, Torso of Cy Twombly on beach, o.J.- 15. März 2025
Mit der kommenden Ausstellung "Fünf Freunde" nimmt das Museum Brandhorst in München erstmals einen Künstlerkreis in den Fokus, der die Kunst der Nachkriegszeit in Musik, Tanz, Malerei, Skulptur und Zeichnung entscheidend geprägt hat.
John Cage (1912-1992), Merce Cunningham (1919-2009), Jasper Johns (*1930), Robert Rauschenberg (1925-2008) und Cy Twombly (1928-2011) schufen durch ihren intimen Austausch eine besondere Verbindung zwischen den künstlerischen Gattungen und Medien. Was kaum bekannt ist: Alle fünf Künstler waren schwul.
Der Fokus der Ausstellung auf den freundschaftlichen und künstlerischen Beziehungen lässt die queeren Aspekte in ihrer Kunst hervortreten. In den Arbeiten finden sich zahlreiche versteckte Referenzen auf nicht-heteronormatives Begehren. Die Künstlergruppe brach mit der von Machismo geprägten Rhetorik der Abstrakten Expressionisten. Viele Werke in der Schau nehmen Bezug auf queere Protagonist*innenen der Kunst-, Musik- und Literaturgeschichte, darunter Frank O'Hara, Hart Crane oder die antike Dichterin Sappho. Die Künstler verhandelten durch Codes ihre eigene Sexualität – und dies in der repressiven McCarthy-Ära.
Mit über 150 Kunstwerken, Partituren, Bühnenrequisiten, Kostümen, Fotografien und Archivalien ermöglicht die Schau einen Einblick in das Zusammenspiel der fünf Künstlerfreunde. Das Museum Brandhorst rückt damit auch Cy Twomblys Schaffen, das einen zentralen Sammlungsschwerpunkt bildet, in ein neues Licht.
Die Ausstellung wird am 9. April 2025 eröffnet und ist anschließend bis zum 17. August 2025 im Museum Brandhorst (Theresienstraße 35a, 80333 München) zu sehen. Eine ausführliche Würdigung folgt. (cm/pm)










