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Zwei schwule Leben im Dialog

  • 17. März 2025

Im Münchner Luitpoldblock wird am Freitag die neue Ausstellung "Der Paragraf" von Christoph Westermeier eröffnet.

Mit 17 PVC-Folien auf Fensterscheiben erinnert Westermeier an Charles Grieger (1902-1972) und Viktor Heye (1907-1975), die beide ganz unterschiedlich Betroffene des Paragrafen 175 waren, und setzt die beiden schwulen Männer in einen künstlerischen Dialog.

Grieger war nach 1945 Verleger von mehreren Zeitschriften für homosexuelle Menschen, die alle nach kurzer Zeit als "sittenwidrig" verboten wurden, darunter das Magazin "Zwischen den Andern". Westermeier entdeckte die Zeitschrift im Forum Queeres Archiv München, wo alle erschienen Ausgaben für die Nachwelt gesichert wurden.

Fotografische Fragmente aus "Zwischen den Andern" treffen in der Ausstellung "Der Paragraf" auf das persönliche Lebensalbum von Viktor Heye. Dieses Lebensalbum spannt einen liebevoll mit Collagen und Zeichnungen gestalteten Bogen von den 1930er Jahren bis in die 1970er Jahre. Die Bilder zeigen ein freizügiges schwules Leben mit FKK und Fasching, und nichts lässt erahnen, dass dies im Verborgenen stattfinden musste. Das Album kam als Flohmarktfund in das Forum Queeres Archiv München.

"Viktor Heye scheint es gelungen zu sein, ein gut integriertes Leben in der Münchner Schwulenszene zu führen, ohne wegen des §175 behelligt zu werden", erklärte Westermeier zur Ausstellung. "Charles Grieger entschied sich für einen Andern [ist das mit Absicht, heißt es nicht anderen?] Weg. Zwar ist kein Fall dokumentiert, bei dem er wegen Unzucht verurteilt wurde, doch führte seine publizistische Arbeit wiederholt zu juristischen Auseinandersetzungen." Beide Männer stünden "stellvertretend für die Irrungen und Wirrungen und den Kampf um ein selbstbestimmtes queeres Leben im 20. Jahrhundert".

Die Ausstellung "Der Paragraf" wird am Freitag, den 21. März 2025 um 17 Uhr im Luitpoldblock (Brienner Straße 11 80333 München )eröffnet und ist dort anschließend bis zum 31. Juli 2025 zu sehen. Sie ist Teil des Ausstellungs- und Rechercheprojekts "Ein Haus ohne Mauern bauen", das sich mit der Münchner Nachkriegsgeschichte beschäftigt. (cw)


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