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Maren Kroymann zum vierten Mal mit Grimme-Preis ausgezeichnet
Sophie Averkamp, Maren Kroymann, Sebastian Colley und Maira Inselmann bei der 61. Verleihung des Grimme Preises 2025 im Theater Marl (Bild: IMAGO / Future Image)- 06. April 2025
"Es ist ein Abend der starken Frauen", sagte die neue Grimme-Chefin Çiğdem Uzunoğlu zur Verleihung der Grimme-Preise 2025 im Marler Stadttheater. Bei der Gala wurden 16 der begehrten Preise und drei Sonderpreise für Qualitätsfernsehen verliehen.
Durch die Preisverleihung am Freitagabend führte die Moderatorin Jana Pareigis, musikalisch begleitet durch Helmut Zerlett und Band.
Die lesbische Schauspielerin Maren Kroymann konnte sich schon zum vierten Mal über die TV-Auszeichnung freuen. Die 75-Jährige erhielt den Preis für einen fiktiven Dreißigminüter, in dem sie den Jugendwahn in der Branche auf die Schippe nimmt ("Kroymann – Ist die noch gut?"). Ihren dritten Grimme-Preis feierte die Journalistin Isabel Schayani zusammen mit Mareike Wilms für eine WDR-Dokumentation über Abschiebung und Asyl.
Ausgezeichnet wurden daneben spektakuläre Grimme-Preis-Debütantinnen wie die Berliner Autorin und Poetry Slammerin Zoe Magdalena für ihre ZDF-Jugendserie "Hungry" zu Esstörungen. Gleich zwei Preise bekam Jana Forkel zusammen mit Elsa van Damke und Marie Bloching für ihre RTL-Serie "Angemessen angry" über den Rachefeldzug eines Zimmermädchens mit Superkräften nach einer Vergewaltigung.
Einen Grimme-Preis für ihre "Besondere Journalistische Leistung" erhielten die Journalistinnen Isabell Beer und Isabel Ströh für ihre intensiven digitalen Recherchen zu sexueller Gewalt für zwei Filme für den NDR. Der Blick auf solche jungen Talente mute fast tröstlich an angesichts der aktuellen Umwälzungen, schrieb Çiğdem Uzunoğlu im Editorial des Preisbuches.
Das RTL-Moderatoren-Duo aus Ulrike von der Groeben und Peter Kloeppel wurde für ihre langjährige journalistische Arbeit von 1992 bis 2024 mit dem Preis ausgezeichnet. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Volkshochschulverbandes, Martin Rabanus, sagte, in einer Zeit von Fake-News sei der Preis für das Moderatoren-Duo auch als Würdigung für den unabhängigen und verantwortungsvollen Journalismus zu verstehen.
Gesprächsthema unter den TV-Fachleuten am Rande der Veranstaltung war die Krise des klassischen 90-Minuten-Spielfilms angesichts des verbreiteten Trends zu Serien. Erstmals in der Grimme-Geschichte wurde beim 61. Jahrgang nämlich kein einziger Spielfilm ausgezeichnet. "Der Fernsehfilm steht vor großen Herausforderungen. Streaming-Plattformen haben längst unsere Sehgewohnheiten verändert", sagte Uzunoğlu.
Die Preisgala wurde zeitversetzt bei 3sat ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek verfügbar. (cw/dpa)
















