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"Illiberal Pride": Regenbogen in Graustufen

Bild: IMAGO / NurPhoto
  • 13. April 2025

In der ungarischen Hauptstadt Budapest haben am Samstag erneut tausende Menschen gegen das Verbot von CSD-Paraden demonstriert.

Viele Demonstrant*innen beim sogenannten Illiberal Pride trugen aus Protest graue Kleidung – ein bewusst gewählter Kontrast zur farbenfrohen Kleidung, die bei der Pride-Parade getragen wird. Einige hatten Fahnen, auf denen der bunte Regenbogen als Symbol der LGBTI-Communitsy ebenfalls nur in grau abgebildet war. Darauf stand der ironische Ausdruck "Gray Pride" anstelle von "Gay Pride", also "grau" statt "schwul".

Nach Schätzung der Nachrichtenagentur AFP nahmen an der Demonstration rund 10.000 Menschen teil.

Das Parlament in Ungarns Hauptstadt hatte das Verbot von Pride-Demonstrationen Mitte März beschlossen (queer.de berichtete). Durch das Gesetz können Organisator*innen und Teilnehme*innen von CSD-Paraden it Geldstrafen von bis zu 500 Euro belegt werden. Das Gesetz erlaubt auch den Einsatz von Überwachungstechnologie einschließlich Gesichtserkennung, um Teilnehmer*innen zu identifizieren.

Seit der Verabschiedung gab es bereits mehrere Protest-Demonstrationen, an der sich Tausende beteiligten (queer.de berichtete). Die Organisator*innen der Budapester Pride-Parade sowie der Bürgermeister der Stadt haben angekündigt, dass der CSD am 28. Juni trotz des Verbots stattfinden solle.

Budapest gilt im Vergleich zu anderen Teilen Ungarns oft als liberaler und weltoffener, was sich in ihrem kulturellen Leben, ihrer vielfältigen Kunstszene und einer aktiven Zivilgesellschaft zeigt. Die Stadt zieht viele junge Menschen, Studierende und internationale Besucher*innen an und bietet Raum für alternative Lebensstile, kreative Projekte und politische Diskussionen. Gleichzeitig steht diese Liberalität in einem Spannungsverhältnis zur nationalen Politik unter der Regierung von Viktor Orbán, die häufig konservativere Positionen vertritt. Dadurch wird Budapest nicht selten als Gegenpol innerhalb des Landes wahrgenommen, in dem sich gesellschaftliche Debatten besonders sichtbar entfalten. (mize/AFP)


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