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Deutscher Filmpreis: Godehard Giese ausgezeichnet

Bild: IMAGO / APress
  • 10. Mai 2025

Für seine Rolle im queeren Drama "Sad Jokes" von Fabian Stumm wurde Godehard Giese am Freitagabend in Berlin beim 75. Deutschen Filmpreis als bester männlicher Nebendarsteller ausgezeichnet.

Der schwule Schauspieler und #ActOut-Teilnehmer konnte sich gegen Alexander Scheer durchsetzen, der für "In Liebe, Eure Hilde" und "Köln 75" gleich zweimal nominiert war.

Ansonsten spielten queere Filme so gut wie keine Rolle bei der diesjährigen Verleihung. Mit der Goldenen Lola als bester Spielfilm wurde der Thriller "September 5" von Tim Fehlbaum über das Olympia-Attentat 1972 in München ausgezeichnet. Die Lola in Silber gewann der Politthriller "Die Saat des heiligen Feigenbaums" von Mohammad Rasoulof über die Proteste im Iran nach dem Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini im September 2022. Das Drama "In Liebe, Eure Hilde" von Andreas Dresen räumte die Lola in Bronze ab.

Bester Hauptdarsteller wurde Misagh Zare für "Die Saat des heiligen Feigenbaums". Sam Riley, der in dieser Kategorie gleich zweimal nominiert war ("Cranko" und "Islands"), ging stattdessen leer aus. Das queere Biopic "Cranko" mit Sam Riley als schwulen Ballettstar John Cranko kam insgesamt auf vier Nominierungen, wurde jedoch nur für das beste Kostümbild ausgezeichnet. Den Preis für die beste weibliche Hauptrolle erhielt Liv Lisa Fries. Sie verkörpert im Film "In Liebe, Eure Hilde" die NS-Widerstandskämpferin Hilde Coppi (1909-1943).

Für den bewegendsten Moment des Abends sorgte die plötzliche Nachricht vom Tod Margot Friedländers. Starpianist Igor Levit rang auf der Bühne sichtlich um Fassung, als er die Holocaust-Zeitzeugin (103) mit emotionalen Worten spontan würdigte. Levit, der eigentlich für eine Laudatio für die beste Filmmusik auf der Bühne stand, rief zu einem Schweigemoment auf. Das Publikum stand auf. Immer wieder stockte Levits Stimme und er kämpfte mit den Tränen.

Der Deutsche Filmpreis gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen der Branche. Zur Verleihung waren rund 1.700 Gäste in das Theater am Potsdamer Platz eingeladen, darunter auch der neue Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der sich in seinen Büchern über Coming-outs empörte. (mize/dpa)


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