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"Eine, die hoffentlich vielen Mut macht, 'anders' zu sein"
Bild: Langer / Landeshauptstadt Düsseldorf- 14. Juni 2025
Die queere Regisseurin, Produzentin und Autorin Monika Treut wurde am Freitag mit dem Helmut-Käutner-Preis 2025 der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet.
Oberbürgermeister Stephan Keller übernahm die Ehrung, die im Rahmen einer Feierstunde im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses stattfand. "Monika Treut ist ein Vorbild für hoffentlich viele", erklärte der CDU-Politiker. "Eine, die 'Andersheit' als Knotenpunkt in ihrer eigenen Biografie wie in ihrer filmischen Arbeit sieht. Eine, die hoffentlich vielen Mut macht, 'anders' zu sein, ihren eigenen Weg zu gehen. Die konsequent gesellschaftliche Normierung und Geschlechterrollen kritisiert." Der Oberbürgermeister weiter: "So setzen wir ganz bewusst mit dieser Auszeichnung an Monika Treut auch ein Statement: Für unterschiedliche Sehweisen und Lebensweisen. Für eine Erweiterung des Blickfelds. Auf der Leinwand wie im richtigen Leben."
Laut einer Presseerklärung der Stadt bedankte sich Treut herzlich für die Auszeichnung, zeigte sich aber "gleichzeitig überrascht, als Außenseiterin des deutschen Kinos diese Anerkennung zu bekommen". "Mein Debütfilm 'Verführung: Die grausame Frau' hatte es schwer – lesbisch, experimentell, provokant", sagte die Preisträgerin. "Die Filmkritik in Deutschland war irritiert, das Publikum skeptisch. Es war wohl zu früh." Die Regisseurin weiter: "Heute kann ich sagen: Die frühe Ablehnung war keine Katastrophe, sondern ein Katalysator und eine Chance. Sie zwang mich zur Internationalität und zur Resilienz und sie hat mich auch dazu gebracht, die deutsche Filmkultur mit einem gewissen Abstand zu betrachten."
Der Helmut-Käutner-Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, "die durch ihr Schaffen die Entwicklung der deutschen Filmkultur nachdrücklich unterstützen und beeinflussen, ihr Verständnis gefördert und zu ihrer Anerkennung beigetragen haben". Der Preis der Landeshauptstadt ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde zum 18. Mal vergeben. Er erinnert an den in Düsseldorf geborenen Regisseur Helmut Käutner, der mit Filmen wie "Die große Freiheit Nr. 7", "Unter den Brücken", "Des Teufels General" oder "Wir Kellerkinder" bekannt wurde.
Monika Treut ist international als Vorreiterin des "New Queer Cinema" bekannt. Besonders einflussreich war ihr Dokumentarfilm "Gendernauts" aus dem Jahr 1999. 2017 wurde Treut mit dem Special-Teddy-Award für ihr Lebenswerk ausgezeichnet (queer.de berichtete). (mize)
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