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Zwei Künstlerinnen, die mit Tabus brechen
Pipilotti Rist: Pepperminta (Jumps Out of the Box), Film-Still, 2009 © Pipilotti Rist / VG Bild-Kunst Bonn, 2025. Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München- 15. Juni 2025
Pipilotti Rist und Yayoi Kusama erschaffen mit ihren Werken eine sinnliche und farbenfrohe Welt. Eine neue Ausstellung im Neuen Museum Nürnberg feiert die beiden mutigen Künstlerinnen.
Die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist (*1962, Grabs) gehört zu den Pionierinnen der Medienkunst. In ihren Videos und Installationen entwickelt sie seit den 1990er Jahren eine neue Bildsprache und kreiert immersive Räume, in die Besuchende eintauchen können. Durch extreme Close-ups von Körperteilen, ungewohnte Perspektiven und die digitale Nachbearbeitung des Filmmaterials verfremdet sie vertraute Sujets und verändert damit unseren Blick auf die Welt.
Diese ästhetischen Freiräume musste sich die japanische Künstlerin Yayoi Kusama (*1929, Matsumoto) erst mühsam erkämpfen. Ihre Nackthappenings, in denen sie Menschen, Tiere und ihre Umgebung mit Punkten bemalt, führten in den 1960er Jahren noch zu handfesten Skandalen. Im Laufe der Zeit entwickelte Kusama ein breites Werk, zu dem Malerei, Collage, Skulptur und Installation gehören. Die sogenannten Polka Dots wurden zum Markenzeichen der Künstlerin. Sie sind eine Metapher für die persönliche Entgrenzung und die Idee eins zu werden mit dem Universum.

Yayoi Kusama: A PUMPKIN, 1991 © Yayoi Kusama, Courtesy Sammlung Goetz, München. Foto: Walter Bayer
In der Ausstellung "Pipilotti Rist und Yayoi Kusama. Werke aus der Sammlung Goetz" treffen diese beiden künstlerischen Welten aufeinander und eröffnen neue Perspektiven auf zwei Künstlerinnen unterschiedlicher Generation und Herkunft. Zu sehen sind 21 Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen von Rist und Kusama, darunter Gemälde, Collagen, Skulpturen und Videos bis hin zu raumgreifenden Installationen. Beide Künstlerinnen brechen mit Tabus und eröffnen neue Freiräume, um den menschlichen Körper wahrzunehmen und zu erkunden.
Die Ausstellung wird am 26. Juni 2025 um 19 Uhr im Neuen Museum Nürnberg (Luitpoldstraße 5) eröffnet und ist dort anschließend bis zum 21. September zu sehen. (cw/pm)











