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Eindrücke von der "Nacht der bösen Mösen"

Bild: "Nacht der bösen Mösen", SO36, Berlin, 04.06.1993 (Bild: Petra Gall)
  • 21. Juni 2025

Die neue Ausstellung "Feuer + Flamme dem Patriarchat – Petra Galls Fotos der Berliner FrauenLesben-Szene" im Schwulen Museum in Berlin feiert die umfassende kulturelle, intellektuelle und sexuelle Produktivität der FrauenLesben-Community der 1980er und 1990er Jahre.

Der Aktivismus dieser Jahre hat die Gesellschaft drastisch verändert. FrauenLesben kämpften für ökonomische Gleichstellung und für soziale und rechtliche Anerkennung. Sie forderten das Recht, über ihren eigenen Körper frei bestimmen zu können, und setzten sich gegen sexuelle Gewalt ein. Sie schufen zahlreiche Räume zum Protestieren, Denken, Feiern und Vögeln.

Die Verdienste der FrauenLesben-Bewegung sind heute deutlich präsent: von Frauenquoten, über Anlaufstellen für Betroffene sexistischer und queerfeindlicher Gewalt, bis hin zu feministisch Partys – Frauen gestalten Politik, Lesben sind im alltäglichen Leben sichtbar, es gibt zahlreiche selbstbestimmte Räume. Erreicht ist noch lange nicht alles – Kämpfe für Gleichberechtigung, Freiheit und Selbstbestimmtheit prägen die FLI*NT*A (Frauen, Lesben, Inter*, Nicht-Binär, Trans*, Agender) und die queere Bewegung bis heute.

Petra Gall (1955-2018), die 1981 nach Berlin zog, hat die FrauenLesben-Szene über zwei Jahrzehnte fotografisch begleitet. Immer als Teil der Bewegung, nie als Außenstehende, hielt sie die Kämpfe der FrauenLesben auf Demonstrationen wie der Walpurgisnacht oder dem 8. März fest. Ihre Fotos zeigen von FrauenLesben besetzte Häuser und feministische Projekte wie den Kulturort Pelze.Multimedia oder die bis heute bestehende Schokofabrik. Sie zeigen FrauenLesben-Konzerte und ausgelassene FrauenLesben-Partys. Fotos von sexpositiven Veranstaltungen wie einem BDSM-Erotikwochenende oder der Party-"Nacht der bösen Mösen" bebildern, wie FrauenLesben den rauen Verhältnissen queere, feministische Solidarität und ein wenig Zärtlichkeit entgegensetzen.


Transparent am Frauenstreiktag, 08.03.1994 (Bild: Petra Gall)

Petra Galls umfassender Nachlass von über 200.000 Negativen, Abzügen und Kontaktabzügen, sowie begleitendes persönliches Material befinden sich seit 2012 in der Sammlung des Schwulen Museums. Petra Gall ist eine wichtige Chronistin der Berliner FrauenLesben-, aber auch der Punk- und Musikszene, hat beindruckende Reisedokumentationen gemacht und die Stadt Berlin in all ihrer Widersprüchlichkeit dokumentiert. Die Ausstellung würdigt Petra Galls Arbeit und die FrauenLesben-Bewegung gleichermaßen. Sie zeigt auch, wie hochaktuell die Kämpfe der 1980er und 1990er Jahre – etwa gegen den § 218, gegen sexuelle Gewalt oder gegen Queerfeindlichkeit – bis heute sind.

In der Ausstellung sind neben Petra Galls Arbeiten künstlerische Werken von Lena Rosa Händle, Katharina Voß und Janin Afken zu sehen. Sie wird am Donnerstag, den 3. Juli 2025 um 19 Uhr im Schwulen Museum (Lützowstraße 73, 10785 Berlin-Tiergarten) eröffnet und ist dort anschließend bis zum 23. Februar 2026 zu sehen. (cw/pm)


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