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ÖVP-Generalsekretär heiratet seinen Freund

  • 23. Juni 2025

Seit Februar ist Nico Marchetti Generalsekretär der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Jetzt hat der schwule Nationalratsabgeordnete seinem langjährigen Partner Andy das Ja-Wort gegeben.

Auf Instagram veröffentlichte der 35-jährige Politiker am Wochenende rührende Fotos von der feierlichen Trauungs-Zeremonie im norditalienischen Castel Pergine. Marchetti trug zünftig Lederhose und Janker, sein britischer Ehemann wählte einen farblich passenden grünen Schottenrock. "Wir haben 2.660 Tage auf diesen Tag gewartet", heißt es auf einem Schild auf einem der Bilder. Zu der Galerie schrieb der ÖVP-General lapidar: "May I introduce you to 'the Marchettis'."

Die formale Hochzeit fand bereits im Frühjahr in Österreich statt. Nico Marchetti hatte sie kurz darauf im Parlament in einer Replik auf die queerfeindliche FPÖ selbst öffentlich gemacht: "Sie haben ja uns als Volkspartei infrage gestellt und gefragt, ob wir jetzt noch konservativ sein mögen", sagte der Abgeordnete am 24. April in einer Rede. "Ich möchte Ihnen jetzt einmal etwas sagen, Frau Kollegin Fürst. Ich habe vor eineinhalb Wochen geheiratet, meinen Partner, den ich seit sehr vielen Jahren habe, okay? Und wissen Sie, warum ich das gemacht habe? – Weil ich eine konservative Einstellung habe, weil mir die Ehe wichtig ist und weil ich, auch wenn es eine kleine Familie ist, eine Familie haben wollte. Deswegen habe ich geheiratet – einen Mann."

Marchetti gehört auch zur Leitung der LGBTIQ-Intergroup im Österreichischen Parlament (queer.de berichtete).

Nico Marchetti wurde 1990 in Wien geboren. Schon in jungen Jahren engagierte er sich politisch, insbesondere in der Jugendorganisation seiner Partei. Er studierte Rechtswissenschaften und begann früh, sich mit Themen wie Bildung, Integration und Jugendpolitik auseinanderzusetzen, die später auch zu Schwerpunkten seiner politischen Arbeit wurden.

Marchetti zog als Abgeordneter in den österreichischen Nationalrat ein und machte sich dort vor allem im Bildungsbereich einen Namen. Er setzte sich unter anderem für Reformen im Schulwesen und für bessere Chancen für junge Menschen ein. Innerhalb der ÖVP gilt er als Vertreter einer jüngeren Generation von Politikern, die versuchen, traditionelle Positionen mit modernen Ansätzen zu verbinden. (mize)


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