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Der revolutionäre Beitrag queerer Künstler*­innen zur Moderne

Lotte Laserstein, Ich und mein Modell, Öl auf Leinwand, 49,5 × 69,5 cm, Privatsammlung, Courtesy Agnews, London © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
  • 24. September 2025

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt mit "Queere Moderne. 1900 bis 1950" die erste umfassende Ausstellung in Europa, die den bedeutenden Beitrag queerer Künstler*innen zur Moderne vorstellt.

Mit über 130 Werken – darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Filme, Literatur und Archivalien – von 34 internationalen Künstler*innen richtet das Ausstellungsprojekt den Fokus auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es erzählt eine alternative Geschichte der Moderne, in der queere Künstler*innen Themen wie Begehren, Gender und Sexualität sowie die Politik der Selbstdarstellung in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellten. Sie erzählt zudem Geschichten queeren Lebens in Zeiten von Krieg und Widerstand.

Trotz ihrer engen Verflechtung mit den Avantgarden blieben queere Positionen im kunsthistorischen Kanon oft unberücksichtigt. Die häufig fehlenden Zeugnisse und Berichte über sexuelle Orientierungen und Lebensweisen erschweren bis heute die Aufarbeitung einer queeren Moderne, einer Zeit, die zudem von kolonialen Machtverhältnissen geprägt war. Dieser Prozess der Rekonstruktion eines oft vergessenen Teils der Moderne ist von dem zwangsläufig fragmentarischen Zugang zu Wissen und einem Erinnerungsverlust geprägt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als insbesondere Homosexualität unter Männern weithin kriminalisiert und Homosexualität unter Frauen tabuisiert wurde, lebten viele Künstler*innen nach außen hin ein gesellschaftlich angepasstes Leben und führten sogenannte Zweckehen, was von der Geschichtsschreibung vorrangig festgehalten wurde. Was die Quellen verbergen, ist daher manchmal sogar wichtiger als das, was sie offenbaren.

"Queere Moderne. Von 1900 bis 1950" ist in insgesamt acht thematische Kapitel gegliedert und beleuchtet ein internationales Netzwerk queerer Künstler*innen, das sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Metropolen Europas, in den USA und im globalen Austausch auszubilden begann.

Die Ausstellung wird am Freitag, den 26. September 2025 um 19 Uhr im K20 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Grabbeplatz 5, Düsseldorf) eröffnet und ist dort anschließend bis zum 15. Februar 2026 zu sehen. Eine ausführliche Besprechung folgt. (cw/pm)


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