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Schwule Körperbilder damals und heute

Herbert List, Gipsmasken Santorin (Detail), 1937 © Herbert List Estate / VG Bild-Kunst
  • 01. Oktober 2025

Mit "Liaisons" zeigt das Berliner Georg Kolbe Museum eine Ausstellung über Freundschaft, Nähe und den männlichen Körper in der Kunst – eine Spurensuche, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet.

1947 besuchte der Fotograf Herbert List (1903-1975) den schwerkranken Georg Kolbe (1877-1947) in dessen Atelier in der Sensburger Allee in Berlin, das heutige Georg Kolbe Museum, und nahm eine Serie von Porträtfotos auf, die die letzten Aufnahmen von dem Bildhauer bleiben sollten. List, damals noch weitgehend in Deutschland unbekannt, wurde später zu einem der prägenden Fotografen seiner Zeit. Als schwuler Mann mit jüdischen Vorfahren sah er sich 1936 gezwungen, Deutschland zu verlassen. Reisen führten ihn nach Italien und Griechenland, wo er auch das unbeschwerte Lebensgefühl seines Freundeskreises in Fotografien festhielt. Diese Fotografien erzählen von Intimität, Freundschaft – und von einem sensiblen Blick auf den männlichen Körper.

Auch Kolbe reiste 1932 mit seinen Freunden Curt Valentin und Richard Scheibe nach Griechenland und besuchte die antiken Stätten. Wenig später entwickeln sich seine beinahe fragilen und unter anderem von der klassischen Ästhetik geprägten Skulpturen der 1910er und 1920er Jahre zu kraftvollen, heroischen Körperbildern als Spiegel der zunehmend verhärteten Körperbilder der 1930er und 1940er Jahre.

In der Gegenüberstellung ausgewählter Werke der durch gemeinsame Freundschaften verbundenen Künstler Kolbe und List zeichnet die Ausstellung "Liaisons" die künstlerische Entwicklung männlicher Körperbilder im frühen 20. Jahrhundert nach. Beide Künstler greifen unter anderem auf antike Formensprache zurück entwickelten daraus – jeder auf unverwechselbare, teils gegensätzliche Weise – eine zeitgemäße Ausdruckskraft.


Harry Hachmeister, Arkadischer Jüngling (nach Goethe), 2015 © VG Bild-Kunst

Die befreundeten Künstler Harry Hachmeister (*1979) und Jens Pecho (*1978) treten in dieses historische Geflecht aus Freundschaften und (männlichen) Körperbildern ein. Sie ergänzen die Schau mit eigenen zärtlich-spielerischen und kritisch-ironischen Auseinandersetzungen mit Körpern und deren Zuschreibungen.

Die Ausstellung "Liaisons" wird am 10. Oktober 2025 um 18 Uhr im Georg Kolbe Museum (Sensburger Allee 25, Berlin-Westend) eröffnet und ist dort anschließend bis zum 15. März 2026 zu sehen. (cw/pm)


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