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Anti-Trump-TV: Premiere der Serie "Ku'damm 77" in Cannes

Maria Ehrich, Sonja Gerhardt und Annette Hess beim Photocall der TV-Serie "Ku'damm 77" in Cannes (Bild: IMAGO / SOPA Images)
  • 15. Oktober 2025

Für das ZDF ist die TV-Serie "Ku'damm 77" großes Kino: Im Palais de Festival in Cannes wurde die neueste Episode am Dienstagabend einem internationalen Fachpublikum vorgestellt.

"Ku'damm" (bisher 56, 59 und 63) ist für den öffentlich-rechtlichen Sender nicht nur ein Prestigeprojekt, sondern auch ein globaler Exportschlager. Bereits direkt nach der Veranstaltung soll es Anfragen von Programmeinkäufer*innen aus aller Welt gehagelt haben.

Das freut natürlich Markus Schäfer von ZDF Studios. Der Geschäftsführer der Sender-Tochter ist aktuell auf der weltgrößten TV- und Streamingmesse Mipcom an der Côte d'Azur unterwegs, um den Sechsteiler anderen Sendern schmackhaft zu machen. Bereits zuvor war das Interesse groß, wie er der Deutschen Presse-Agentur in Cannes bestätigte: "Erste Gespräche mit internationalen Partnern laufen vielversprechend, und wir verzeichnen bereits konkretes Interesse aus mehreren Märkten."

In 30 Ländern auf vier Kontinenten kenne man bereits durch "Ku'damm 56", "Ku'damm 59" und "Ku'damm 63" die Ereignisse rund um Familie Schöllack und deren Tanzschule "Galant".

"Ku'damm 77" dürfte diese Erfolgsstory als Sittengemälde und Zeitreise durch die bundesrepublikanische Geschichte ebenfalls fortschreiben. Diesmal geht es um die 1970er Jahre, eine bewegte Zeit, geprägt etwa vom RAF-Terror und dem Hinterfragen antiquierter Rollenbilder in einer geteilten, vom Ost-West-Konflikt gezeichneten Stadt. Und mittendrin wieder Familie Schöllack – mit den Schwestern Monika und Helga (Maria Ehrich und Sonja Gerhardt), ihren fast erwachsenen Töchtern Dorli und Friederike sowie Matriarchin Caterina (Claudia Michelsen).

Die Idee zu der Familien-Saga mit überdurchschnittlich großen Frauenrollen hatte vor über zehn Jahren die Autorin Annette Hess. Sie ließ sich von eigenen Familienerfahrungen inspirieren. "Frauen in den 50er Jahren waren wohl die am meisten unterdrückte Gruppe in Berlin", sagte Hess (58) in Cannes.

Und so hat die Serie in diesem Jahr eine hohe Aktualität gewonnen. Denn konservative Strömungen sind auf dem Vormarsch und beeinflussen beispielsweise in den USA auch Medienunternehmen und deren Inhalte. Donald Trump hatte direkt zu Beginn seiner Präsidentschaft verkündet: "Wir werden das zerstörerische und spaltende Mandat von Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion stoppen." Diese Werte, gegen die sich etwa Trump richtet, waren genau die, die in den 1970er Jahren die Demokratie in Deutschland gefestigt haben.

Und darum geht es auch in "Ku'damm 77". "Wir gehen damit konkret gegen die aktuellen Strömungen, die das Rad der Zeit wieder zurückdrehen wollen", sagt der schwule Produzent Nico Hofmann. Das gebe der Serie eine weitere Bedeutung, die die Macher*innen zunächst gar nicht beabsichtigt hatten.

Bei uns ist "Ku'damm 77" Anfang des nächsten Jahres im ZDF zu sehen. (cw/dpa)


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