https://queer.de/b?5098
Nackte junge Männer fotografieren ihr Spiegelbild
Bild: Vlad (I), The Mirror © Sebastian Perinotti- 17. November 2025
Die Londoner Little Black Gallery hat die fünfte Ausgabe ihres "BOYS! BOYS! BOYS! Zine" veröffentlicht – mit Arbeiten aus der beeindruckenden Serie "The Mirror" des argentinischen Fotografen Sebastian Perinotti.
"Ich lege ihnen die Kamera in die Hände. Sie sehen sich selbst im Spiegel. Sie suchen den richtigen Bildausschnitt, sie zögern, sie bewegen sich", sagt Perinotti über die (Selbst-)Porträts attraktiver junger Männer. "Ich bin dabei und spreche leise, nicht um ihnen zu sagen, wie sie posieren sollen, sondern um ihnen die Tür ein wenig weiter zu öffnen."
Für den Fotokünstler ist die Kamera ein Spiegel, aber auch eine Schwelle. "Wenn jemand sein eigenes Spiegelbild fotografiert, verschwindet die Grenze zwischen Motiv und Urheber", erklärt Perinotti. "Sie werden nicht mehr nur gesehen, sie sehen sich selbst. Die Handlung wird geteilt, es entsteht ein Gespräch ohne Worte."
Mit freundlicher Genehmigung von Künstler und Galerie präsentieren wir einige ausgewählte Porträts von Sebastian Perinotti aus der neuen Zeitschrift in der unten verlinken Galerie.
Die fünfte Ausgabe des "BOYS! BOYS! BOYS! Zine" mit 48 Seiten kann zum Preis von 15 Dollar auf boysboysboys.org bestellt werden. Die Website ist ebenfalls ein Projekt der Londoner Little Black Gallery, das von Mitbegründer Ghislain Pascal kuratiert wird, um schwule und queere Fotografie zu fördern. Pro Jahr sind vier Ausgaben geplant, die jeweils einem Solokünstler gewidmet sind. Die Auflage ist auf 500 Exemplare limitiert.
Fotografie und Spiegelbilder sind eng miteinander verbunden, da beide mit Licht, Perspektive und Selbstwahrnehmung arbeiten. Schon früh in der Geschichte der Fotografie wurden Spiegel genutzt, um Selbstporträts zu erstellen, lange bevor moderne Kameratechnik dies vereinfachte. Das Spiegelbild ermöglicht dabei eine besondere Form der Darstellung, bei der Realität und Reflexion ineinandergreifen und neue Bildräume entstehen.
In der künstlerischen Fotografie wird das Spiegelbild häufig eingesetzt, um Themen wie Identität, Selbstbild oder Wahrnehmung zu untersuchen. Spiegel können Figuren vervielfachen, verzerren oder fragmentieren und so unterschiedliche Ebenen der Realität sichtbar machen. Dadurch entsteht eine Bildsprache, die nicht nur dokumentiert, sondern auch interpretiert und den Blick auf die dargestellte Person oder Umgebung bewusst hinterfragt. (mize)











