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Empörung über "blasphemische Kunstwerke" in Wien

  • 28. November 2025
Sumi Anjuman, I am the Mother too, 2019, digitale Fotografie, 68,6 x 45,7 cm

Eine neue Online-Petition mit dem Titel "Kein Platz für Gotteslästerung in Österreich!" fordert die sofortige Schließung einer Ausstellung im Wiener Künstlerhaus.

Das Ausstellungshaus am Musikvereinsplatz präsentiert bereits seit Ende Oktober die Schau "Du sollst dir ein Bild machen". Im Zentrum stehen Werke von 42 Künstler*innen, die sich mit einem kritischen, aber auch liebevollen, humorvollen und queeren Blick der christlichen Ikonografie annähern und so laut Ankündigung "neue, gegenwärtige Sichtweisen auf über Jahrhunderte tradierte Motive ermöglichen".

Eines der gezeigten Werke ist "I Am The Mother Too" des bangladeschischen Künstlers Sumi Anjuman, der eine als männlich gelesene Person mit Baby im Arm als Mutter Gottes inszeniert.

"Genau in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten zeigt die Künstlerhaus Vereinigung im Obergeschoss ihres Hauses mehrere blasphemische Kunstwerke, die das Christentum zutiefst beleidigen", empört sich die "Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum – TFP" in ihrer Online-Petition. Und behauptet: "Die Religionsfeindlichkeit instrumentalisiert die Kunst- und Meinungsfreiheit, um eine feministische und LGBT-Agenda gegen den katholischen Glauben voranzutreiben."

Neben dem digitalen Foto von Sumi Anjuman missfällt der Initiative u.a. auch Martin Kippenbergers Werk "Fred the Frog Rings the Bell", das einen gekreuzigten Frosch zeigt. Unterschrieben wurde die Petition allerdings von bislang nicht einmal 850 Personen.


Martin Kippenberger, Fred the Frog Rings the Bell, 1990, Holz, Lack, Nägel, 129,8 x 110 x 24,1 cm (Courtesy of Ansammlung Lebenberg, © Martin Kippenberger / Bildrecht Wien 2025, Bild: Foto Hofer, Innsbruck / Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne)

Das Künstlerhaus hat den Vorwurf der Religionsfeindlichkeit bereits im Vorfeld zurückgewiesen: "In Konzeption und Ausrichtung steht die Schau nicht für vordergründige Provokation oder lauten Protest, sondern für einen differenzierten Blick, für die Suche nach Gemeinsamkeiten und das Bestreben, einen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Religion zu fördern", heißt es in einer Pressemitteilung zur Ausstellung.

"Du sollst dir ein Bild machen" ist noch bis zum 8. Februar 2026 im Wiener Künstlerhaus zu sehen. (cw)


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