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Queerer Schüler gegen kleinbürgerliche Spießigkeit
Bild: Sylvain Guillot- 05. Dezember 2025
Seit Ende November ist das legendäre queere Debüt "Kleinstadtnovelle" von Ronald M. Schernikau erstmals in Regensburg zu sehen.
"Ich habe Angst, bin weiblich, bin männlich, doppelt." Mit diesen Worten beginnt "b." seine Geschichte. Es ist die Geschichte eines Schülers, der sich nicht wiederfindet, in einer Welt voll von verstaubten Konventionen, schwarz-weißen (Schul-)Systemen und kleinbürgerlicher Spießigkeit. Er sucht nach Authentizität und einem Ausdruck von Autonomie.
Beides findet er in der Beziehung zu einem seiner Mitschüler. Nähe, Berührungen, Begehren, Liebe – das alles ist auf einmal zum Greifen nah. Doch schnell wird "b." mit den Grenzen einer Gesellschaft konfrontiert, die auf Normativität und nicht auf Veränderung zielt, die einengt, statt befreit, und die keinen Raum für Menschen wie "b." lässt.
1980, mit gerade einmal 19 Jahren, schrieb Ronald M. Schernikau sein erstes Werk, die "Kleinstadtnovelle". Der Text, der autobiografische Züge des Autors trägt, ist "Coming-out"- und "Coming-of-age"-Geschichte in einem. Bereits bei seiner Veröffentlichung viel beachtet, gilt das Prosawerk noch heute als einer der Meilensteine queerer Literatur.
Doch nicht nur das: Es ist – damals wie heute – ein nachdrücklicher Aufruf, den Status quo zu hinterfragen, ein sprachstilistisches Meisterwerk und eine radikale Suche nach Freiheit – der persönlichen wie der gesellschaftlichen.
"Kleinstadtnovelle" ist aktuell am Theater Regensburg zu sehen. Weitere Vorstellungen gibt es am 5., 10., 11., 12. und 13. Dezember 2025 sowie am 24. und 26. Februar 2026. An allen Terminen findet im Anschluss ein Nachgespräch statt. (cw/pm)

















