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Queere Biografien und künstlerische Ausdrucksformen in der Diktatur
Andreas Fux, Berlin, 1985, Fotografie, Courtesy: Andreas Fux & KVOST, Berlin- 15. Januar 2026
Gleich vier Berliner Museen und Galerien beschäftigen sich im Frühjahr 2026 mit queerer Kunst in der DDR.
Das Gemeinsschaftsprojekt "Queere Kunst in der DDR? Biografien zwischen Underground und Propaganda" von KVOST, nGbK, Mitte Museum und Werkbundarchiv – Museum der Dinge widmet sich den wechselhaften Biografien von neun Künstler*innen und ihren Werken – darunter Gemälde, Skulpturen, Keramiken und Fotografien.
Anhand dieser künstlerischen Positionen wird sichtbar, wie unterschiedlich die Kunstschaffenden auf die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Zeit reagierten. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die sexuelle Orientierung ihre künstlerische Praxis und ihre berufliche Entwicklung beeinflusste.
Homosexualität blieb in der DDR trotz schrittweiser Entkriminalisierung gesellschaftlich und politisch stark stigmatisiert.Nach dem Mauerfall verbesserte sich die Situation queerer Künstler*innen nicht signifikant – im Gegenteil: Viele Künstler*innen aus der DDR drohten in Vergessenheit zu geraten.
Heute wächst das allgemeine Interesse an der Kunst und Kultur der DDR ebenso wie an queeren Lebensrealitäten. Die Verbindung beider Perspektiven – queere Biografien und künstlerische Ausdrucksformen in der kommunistischen Diktatur – bleibt aber bisher ein weitgehend unerforschtes Feld.
Obwohl der Begriff "queer" in seiner heutigen Bedeutung in der DDR noch nicht existierte, wird er in der Ausstellung verwendet, weil er all jene Personen umfasst, die sich zwischen und außerhalb des Spektrums von "schwul" und "lesbisch" befanden.
Die Ausstellung "Queere Kunst in der DDR?" ist vom 8. März bis 28. Juni 2026 an den vier Orten zu sehen. Im Distanz Verlag erscheint eine begleitende Publikation. Eine ausführliche Würdigung auf queer.de folgt. (cw/pm)

















