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Neue Autismus-Barbie mit Pronomen-App

  • 16. Januar 2026
Bild: Mattel

Der US-Spielzeugkonzern Mattel hat seine beliebte Barbie-Reihe um eine neue Puppe erweitert, die Autismus repräsentieren soll – ein kleines Detail sorgt für transfeindliche Empörung.

Mit der Neuheit aus der Fashionistas-Kollektion will das Unternehmen Vielfalt fördern und ein besseres Verständnis für die Lebensrealität autistischer Menschen schaffen. Die Puppe entstand in Zusammenarbeit mit dem Autistic Self Advocacy Network. Die Organisation, die von und für autistische Menschen geführt wird, half Mattel dabei, verschiedene Details authentisch umzusetzen.

So sind die Augen dieser Barbie leicht zur Seite geneigt, um darauf hinzuweisen, dass manche autistische Menschen direkten Augenkontakt meiden. Bewegliche Gelenke an den Händen und Ellbogen ermöglichen typische Handbewegungen, die zur Verarbeitung von Reizen und zur Ausdrucksfreude genutzt werden.

Die Autismus-Barbie, die ein lila Kleid mit weißen Streifen und flache Schuhe trägt, welche auf sensorische Verträglichkeit abgestimmt sind, bringt mehrere spezifische Hilfsmittel mit. Dazu gehören geräuschreduzierende Kopfhörer, ein pinkfarbener Fidget-Spinner zur Stressreduktion sowie ein Tablet, das symbolbasierte Kommunikation unterstützt. Solche Geräte werden häufig von Menschen verwendet, die Sprache nur eingeschränkt nutzen können.

In den USA empören sich allerdings rechte, transfeindliche Gruppen darüber, dass auf dem Tablet auch einen Pronomen-App zu sehen ist, und rufen zum Boykott der Autismus-Barbie auf.


Bild: Mattel

Die Designteams von Mattel hätten bei der Entwicklung der Puppe "bewusst Merkmale integriert, die Erfahrungen aus dem Autismus-Spektrum widerspiegeln", teilte das Unternehmen mit. So weisen Studien darauf hin, dass es unter autistischen Menschen einen höheren Anteil von trans und nichtbinären Menschen gibt. Im vergangenen Jahr erschien im Lambertus-Verlag das Praxis-Handbuch "Autismus und Transidentität" (queer.de berichtete).

Für den Launch in Deutschland arbeitet Barbie mit Rafaela Lisbeth Kiene zusammen, sie ist selbst Autistin und setzt sich aktiv dafür ein, auf ihren Social-Media-Kanälen über neurodivergente Lebensrealitäten aufzuklären. "Als autistische Frau und Sozialarbeiterin weiß ich, dass Autismus für viele Menschen als Einschränkung wahrgenommen wird. Viele Barrieren entstehen dabei erst durch eine Umwelt, die auf unterschiedliche Wahrnehmungen nicht eingestellt ist", so Keine. "Repräsentation im Kinderzimmer kann helfen, für diese Realität früher eine Sprache zu finden und Verständnis zu fördern."

Seit 2019 bringt Mattel Puppen mit unterschiedlichen körperlichen und gesundheitlichen Bedingungen auf den Markt: darunter Modelle mit Hörgeräten, im Rollstuhl, mit Down-Syndrom oder Typ-1-Diabetes. Nach eigenen Angaben plant Mattel, tausend der neuen Barbies kostenfrei an spezialisierte Kinderkrankenhäuser in den USA zu spenden. (cw/AFP)


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