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Ein Theaterabend, der unter die Haut geht

Bild: Birgit Hupfeld
  • 02. Februar 2026

Am Schauspiel Dortmund feierte am Wochenende das Stück "'Pidor' und der Wolf" über die Verfolgung queerer Menschen in Tschetschenien Premiere.

Peter, ein schwuler Vater, reist für ein vermeintlich verführerisches Treffen in die Stadt und gerät in eine gefährliche Falle. Was wie ein modernes Märchen beginnt, spiegelt die brutale Realität: Seit 2017 werden queere Menschen in Tschetschenien systematisch verfolgt. Aus der Sicht seines achtjährigen Sohnes entfaltet sich ein rigides System, das Anderssein hart bestraft und Familien in existenzielle Bedrohung bringt.

Diese eindringliche Geschichte voller Liebe, Verlust und politischer Gewalt feiert am 31. Januar 2026 ihre Uraufführung im Dortmunder Schauspielhaus. Statt rechtzeitig zum achten Geburtstag seines Sohnes zurückzukehren, wird Peter vom "Wolf" gefangen genommen, einem Agenten, der gezielt Menschen verfolgt, die in der homophoben Gesellschaft Tschetscheniens nicht sicher leben können. In der Haft begegnet er seiner Jugendliebe Ilya. Erst Jahre später wird er seinen inzwischen 16-jährigen Sohn wiedersehen, und ein letzter Verrat steht bevor.

Der in New York lebende Autor, Regisseur und Musiker Sam Max beschäftigt sich in seinen Arbeiten konsequent mit Themen wie Sexualität, Gender, Körperbeziehungen, Klasse und Gewalt. Für "'Pidor' und der Wolf" nutzt er Prokofjews bekanntes Musikmärchen, um die dramatische Geschichte von Verfolgung und Unterdrückung in Tschetschenien seit 2017 als poetisches, modernes Märchen zu erzählen. Die Perspektive des achtjährigen Sohnes verbindet politische Dringlichkeit mit einer intimen Familiengeschichte, die die emotionale Tiefe der Figuren in den Mittelpunkt rückt. Für das Stück wurde Sam Max mit dem Chesley Bumbalo Playwriting Award ausgezeichnet.

Jessica Samantha Starr Weisskirchen, gefeiert für ihre Inszenierungen von "Woyzeck" und "Queens" in Dortmund, entwirft eine Welt, in der niemand vor psychischer oder physischer Gewalt sicher ist. Bühne, Kostüme, Musik und Choreografie schaffen gemeinsam einen sehr atmosphärischen, visuell starken Abend. Die Ausstattung stammt von Wanda Traub, die Choreografie von Hannes Michael Bronczkowski, die Musik von Chiara Strickland und die Dramaturgie übernimmt Sabrina Toyen.

Auf der Bühne sind Luis Quintana als Peter, Lukas Beeler als Wolf, Antje Prust als Peters Frau, Viet Anh Alexander Tran als Sohn und Ekkehard Freye als Ilya zu sehen, begleitet vom Cellisten Tobias Sykora. Mehrere junge Darsteller*innen und ein Wolfschor verstärken die Wirkung. Gemeinsam entstehen intensive Bilder und Momente, die den Spannungsbogen der Geschichte visuell und emotional auf die Bühne bringen. "'Pidor' und der Wolf" ist ein Theaterabend, der unter die Haut geht und noch lange nachhallt.

Weitere Vorstellungen sind am 6. und 21. Februar sowie am 1. und 14. März 2026 im Dortmunder Schauspielhaus (Hiltropwall 15). Die Ticketpreise liegen zwischen 12 und 39 Euro. (cw/pm)

Galerie:
"Pidor" und der Wolf
26 Bilder

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